Eine Gebrauchsanweisung für die Bundestagswahl? Wohl dem, der einer Partei so eng verbunden ist, dass er weiß, wo er sein Kreuz zu machen hat. Was aber tut ein Wähler, der weiß, was er will – von welcher Koalition er nämlich regiert werden möchte – aber nicht, wie er es am besten erreichen kann?

Erster Rat: die Sache nicht zu kompliziert machen. Zwei mögliche Koalitionen kann man getrost abhaken: Für Rot-Grün wird es nicht reichen, Rot-Rot-Grün hat die SPD deutlich ausgeschlossen.

Bleiben drei Möglichkeiten, die eines gemeinsam haben: Angela Merkel bleibt Kanzlerin und die Union die größte Regierungspartei. Damit wäre die Entscheidung leicht – gäbe es nicht die Möglichkeit, dass Parteien an der Fünfprozenthürde scheitern. Wer mit dem Gedanken spielt, FDP, Piraten oder AfD zu wählen, sollte bedenken, dass seine Stimme verloren gehen und so dem politischen Gegner nützen kann.

Ganz einfach ist die Entscheidung dann immer noch nicht, wie unsere Grafiken zeigen:

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Die gute Nachricht ist, dass dieses vertrackte Strategieproblem eine Lösung hat – was ja nicht selbstverständlich ist. Für jede Wunschkoalition lässt sich angeben, wie ihre Anhänger im eigenen Interesse am besten abstimmen sollten:

1. Wer sich eine Bundesregierung aus CDU und FDP wünscht, geht mit der FDP auf Nummer sicher.

2. Wer auf eine Große Koalition hofft, wählt am besten SPD.

3. Wer auf eine schwarz-grüne Bundesregierung setzt, sollte für die Grünen stimmen.

4. Wer der Kanzlerin möglichst viel Handlungsfreiheit in den Koalitionsverhandlungen verschaffen will, macht sein Kreuz bei CDU oder CSU.