Am Ende einer stundenlangen Zitterpartie hat die FDP in Hessen doch noch den Wiedereinzug in den Landtag geschafft. Über Stunden hatten die Hochrechnungen für die Landtagswahl in Hessen unklare Mehrheitsverhältnisse und das Aus für die Liberalien signalisiert. Erst das amtliche Endergebnis brachte die Wende. Demnach erreichte die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier 38,3 Prozent der Stimmen, die SPD kam mit Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel auf 30,7 Prozent. Die FDP schaffte mit 5,0 Prozent gerade noch den Wiedereinzug ins Landesparlament.

Die Grünen erreichen 11,1 Prozent. Die Linke zieht mit 5,2 Prozent in den Landtag ein. Die Alternative für Deutschland erreichte 4,0 Prozent und bleibt damit außen vor. Die Mehrheitsverhältnisse sind damit unklar.

Minsterpräsident Bouffier sagte im Sender Phoenix:  "Es gibt entweder den zweiten Wortbruch in Hessen oder stabile Regierung unter der Führung der Union." Mit dem "Wortbruch" spielte er auf eine mögliche Koalition von SPD und Grünen unter Tolerierung durch die Linke an. Hessische Verhältnisse könne sich das Land nicht leisten, sagte Bouffier mit Bezug auf das Wahlergebnis von 2008, das ebenfalls unklare Mehrheitsverhältnisse schuf. 


"Dies ist ein richtig geiler Abend, weil wir wieder da sind", sagte Thorsten Schäfer-Gümbel zu seinen Anhängern. "Wir wollen gestalten und nicht nur zuschauen."  Später schränkte er ein: "Wir werden am Ende des Abends sehen, ob meine Wunschkonstellation Rot-Grün zustande kommt. Wenn nicht, dann wird es schwierig." Rot-Rot-Grün hatte er vor der Wahl "politisch", aber nicht "formal" ausgeschlossen.

Im Landtag in Wiesbaden kommt es nun zu folgender Sitzverteilung: Die CDU hat 47 Sitze, die FDP 6. Die SPD erreichte 37, die Grünen stellen 14 Abgeordnete, die Linke 6.

Die Wahlbeteiligung lag mit 73,2 Prozent deutlich höher als 2009. Damals nahmen lediglich 61 Prozent der wahlberechtigten Hessen teil.