TV-Sendung "Wahlarena" : Merkels verletzlichster Wahlkampf-Moment

Homo-Ehe, Leiharbeit, Integration: Die sonst so präsidiale Kanzlerin stellt sich in der ARD Fragen der Wähler – und gerät ins Schwimmen.

Angela Merkel ist angespannt. Die Kanzlerin hat Lauerstellung eingenommen, den Oberkörper leicht nach vorne gebeugt, den Kopf nach oben gereckt, ernster Gesichtsausdruck. In einem TV-Studio in Mönchengladbach lauscht Merkel den Belangen normaler Menschen – konzentriert, die Hände fest ineinander verknotet.

Normale Menschen, die hat Angela Merkel in diesem Wahlkampf eigentlich immer anders erlebt: Die Bürger hören ihr zu. Sie kommen zu Tausenden, um ihre Kanzlerin auf den Marktplätzen zu sehen. Merkel schüttelt dann beim Einmarsch zu ihren Kundgebungen ein paar Hände von Fans, die Sicherheitsschleusen passiert haben. Später winkt sie dann von der Bühne dem restlichen Volk zu – und das jubelt zumeist.

Heute beträgt der Abstand der Kanzlerin zu den Bürgern nur wenige Meter. In der Wahlarena, dem TV-Format der ARD, reden sie höflich, ungefiltert und ziemlich direkt auf Merkel ein. Vom Umfrageforschungsinstitut infratest dimap ausgewählte Menschen dürfen der Kanzlerin live im Fernsehen Fragen stellen. Es funktioniert.

In 75 Minuten macht die Kanzlerin notgedrungen die Tour d’Horizon durch die umstrittenen Themen ihrer Regierungszeit. Merkel, der immer vorgeworfen wird, vage und beliebig zu sein, kann sich plötzlich nicht mehr wegducken.

"Ein besonders krasser Fall"

Zum ersten Mal in diesem Wahlkampf erlebt das Publikum eine teilweise hilflose Kanzlerin. Als ein Arbeiter aus Leipzig ihr erzählt, dass er seit zehn Jahren ununterbrochen bei einem Automobilzulieferer in Leiharbeit beschäftigt ist und dass man da doch nicht mehr von einer Brücke in den regulären Arbeitsmarkt reden kann, da weiß Merkel auch nicht, was sie sagen soll. Auf 30 bis 40 Stammbeschäftigte kämen 500 Leiharbeiter, berichtet der Mann von seinem Betrieb. 

"Wie groß ist der Lohnunterschied?", fragt Merkel – in der Hoffnung, dass sie an diesem Punkt auf ein Mindestlohn-Gesetz ihrer schwarz-gelben Bundesregierung verweisen kann. Grundsätzlich sei es doch schön, dass bei der Firma Leiharbeiter durchgehend beschäftigt würden – das spreche für die Abwrackprämie, die noch zu Zeiten der großen Koalition die Automobilbranche vor einem Auftragseinbruch geschützt habe. Offenbar merkt Merkel da schon, wie krude ihre Argumentation ist. Zum Schluss sagt sie freundlich: "Ich halte das für einen besonders krassen Fall". Sie wolle sich das mal genauer angucken.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

343 Kommentare Seite 1 von 28 Kommentieren

Die Mutti in 'ER-klärungsnot....

Shön das sic rau Merkel so um ihre Wähler kümmert - nur irgendwielässt Sie leider solche Wähler die in diesem Jahr mal auf die Kacke hauen und si in dem Licht indem sie steht sage und schreibe 'nur zur Wahl holt und dort im Rampenlicht dann stehen lässt... und dann heißt es nur noch and the Winner are - Peer Steinbrück!

Tja so kann's auch laufen wenn man aneinander 'vorbei'-Redet!

Genaue Fragen wurden gestellt; und was findet se? Asflüchte! tolle Kanzlerin... na wollen wa ma sehen was ihr dann noch bleibt... n Scherbenhauen? Na dann hoffen wa'h mal. Ne?

Acja... ich will nur Gleichberechtigung und Frau Kanzlerin hatte gezeigt das se nicht wiedergewählt werden will.. gesagt hatte se es zwar. und zwar das se wieder Kanzlerin werden möchte aber, rüber kam es Leider(oder auch zum Glück) nicht!

U(nd die Schlape die diese Woche wiederholt wurde... na herzlichen Dank "Frau Merkel das Sie "leider und" zum Glück nicht wiederholt antreten werden... wollen wa mal auf die nächsten acht Jahre von SPD und Co hoffen! vielleicht komt es ja aber wenn dann knallhart!

Alternative

"Die Alternative zu Muttis Regierung die der Realität Europas des Jahres 2013 und nicht in irgendwelchen wundervollen aber leider nur ausgedachten Szenarien zur Verfügung steht. kann man sich in zahlreichen Ländern Europas ansehen: Massenarbeitslosigkeit."
-----------------------------------
Die Alternative (welche ungeschönt so zu beschreiben ist) wird dann Ihrer Meinung nach aus Dummheit oder Absicht herbeigesehnt / -wählt?

Wollen wir mal gucken in welchem Verhältnis die Wahl entschieden

Kinder sind das Gut der hier lebeneden Wähler! und zwar Allen & diese Aussage steht ausnahmslos!

Ich selbst bin homosexuell und habe ein Kind welches demnächst wählen darf!!! Aber ich habe kein Anrecht darauf es selbst Groß zu ziehen- auch nicht die Möglichkeit weil sich Frau Märkel-chen... sich mit derart schwer tut. Wollen wa mal au nen Regierungswechel warten... ich hoffte heute wäre schon die Wahl der Wahlen, dann wüsste ich wo ich meine Stimmen für hergeben würde und war jeder Partei Hauptsache es komme weder die Bustaben C;D & U nicht in dem Hauptname dieser Partei vor weil sehen wir es mal pragmatisch; wenn es vorangehen soll dann lieber mit ner - S + P &D oder anderen Partei aber sicherlich nicht noch mal C + D & U - Fraktion!

Chrislichen Sozialdemokaten... naja sehen wir es doch mal Anders: Es gibt keinen Jesus! Es gibt keinen Gott und wenn dann nur - damit ihr Euch hinter ihm versteckt! - Und was ist das dann - n Versteckspielchen!

Um den Wähler dann zu zeigen das ihr es nochmal machen könnt, die Fäden weiterspinnt und allen anderen dann mit der Umformung von Atompolitischen Dingen - ach wenn ihr Euch daran beteidigt und auf Wählerstimmen 'Spekulieren" könnt! - Tja was heißt das wohl oder Übels? Abgabe an die SPD! Oder? das ist doch im Großen und Ganzen was 'Es' in Wahrheit ist... na dann wollen wa'h mal wählen gehen.

Ich würde mich beömmel! Wenn es an einer einzigen Stimme läge... Har HAR HAR - HÄ HÄ HÄ HÄÄ

Kinder, die zur Adoption freigegeben sind, ...

... sind bestimmt nicht solche die eine Vater-Mutter-Kind-Konstellation aufgewachsen sind. Im Erwachsenenalter mag „total bunt“ und „anders“ vielleicht spannend sein. Kinder brauchen das nicht.

Dass die Adoptiveltern nicht die leiblichen sind, ist schon eine erhebliche Bürde für ein Kind (meine leibliche Mutter wollte mich nicht). Deshalb hinkt auch jeder Vergleich mit alleinerziehenden oder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften lebenden leiblichen Eltern.

Zusätzliche Belastungen, wie zwei Väter und keine Mutter, müssen dann nicht sein. Es gibt eben keinen Mangel an adoptionswilligen Eltern. Sollte sich das ändern, kann man ja noch einmal darüber nachdenken. Es geht nicht um die Bedürfnisse der Erwachsenen, sondern die der Kinder.

Das Kindeswohl hat Vorrang

Frau Merkel hat ihre ablehnende Haltung gegenüber der Forderung nach vollem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare nicht nur damit begründet, dass sie sich "schwer damit tut", was Sie wenig freundlich als "Geschwurbel" bezeichnen, sie hat dieses vor allem unter Hinweis auf das Kindeswohl getan. Wenn verantwortliche Politiker sich in dieser Frage ungeachtet des zu erwartenden Gegenwinds zurückhalten, ist das nicht zwangsläufig Ausdruck einer rückwärtsgewandten Gesinnung, weil das Argument der Sorge um das Kindeswohl in diesem Fall schwerwiegend und vorrangig zu beachten ist. Die Wahrnehmung des Rechts auf freie Entfaltung der Persönlichkeit darf nicht auf Kosten Dritter erfolgen, in diesem Fall der schutzbefohlenen Kinder, die im sozialen Alltag wegen ihrer Sonderrolle als Kinder von Homosexuellen leider immer noch Hänseleien und Ausgrenzungen zu erwarten haben, solange die gesellschaftliche Akzeptanz homosexueller Lebenspartnerschaften nicht weitgehend unumstritten ist. Letzteres zu erreichen, bleibt ein wichtiges Ziel aller gesellschaftlichen Kräfte. Bis dahin sollten sich homosexuellen Paare mit der Möglichkeit der Übername von Pflegschaften für Kinder begnügen, im Interesse der Kinder, deren Wohlergehen ungeachtet eigener Wünsche auch ihnen am Herzen liegen wird.

intolerant

Frida du driftest immer weiter ab.

Btw.
Ich bin auch gegen adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare.
Meiner Meinung!

Die Kanzlerin mit Ihre Partei und allen weiteren Parteien in der Bundestag sind für mich unwählbar. Es gibt aber alternativen um diese Politische Landschaft ein wenig zu ändern.

Und jetzt wünsche ich allen einen schönen Tag und viel Spaß und Freude bei allem was ihr so vor habt! :-)

Dieser Meinung bin ich auch...aber

wie kann das plausibel begründet werden, unter dem Aspekt, dass keine Diskriminierung stattfinden darf? Bei der Kanzlerin hat man gesehen, wie es geht, wenn man eine Begründung hat. Ich hätte einen Vorschlag zu machen. Denn wir reden hier nur über Adoption und Erziehung von Kindern, nicht vom Zusammenleben von Gleichgeschlechtlichen Paaren und deren Rechte und Pflichten, die gerne die gleiche sein sollen, wie bei Heteros. Nein, die einzige korrekte Antwort die möglich und logisch ist, wenn wir die Natur hinzuziehen. Denn hat sie zwei Männern oder zwei Frauen die Möglichkeit gegeben, Kinder zu zeugen? Wer das mit Nein beantwortet, hat das beste Argument überhaupt. Kein Mensch muss mehr gefragt werden, fragt die Natur!!!! Es war und ist offensichtlich bei den Menschen nicht vorgesehen. Also erübrigt sich weiteres Herumlamentieren wie "Ich tue mich schwer damit." Wird nun diese Erklärung anerkannt, oder stellt jetzt jemand die Gesetze der Natur in Frage?? Diese würde ich jemanden antworten, wenn er von mir hören möchte, warum ich gegen eine Adoption von Kindern bin, die gleichgeschlechtliche Paar einfordern. Dass dort eine gute Erziehung vorgenommen werden kann, und hier und da eine bessere als bei sogenannten Problemeltern hetero geprägter Paare, stelle ich überhaupt nicht in Frage. Doch das wiederum ist eine andere Geschichte.

Mutter und Vater

Zitat: "Und zur Homo-Ehe; ich persönlich finde, dass gleichgeschlechtliche Paare keine Kinder adoptieren sollten. Kinder brauchen Mutter und Vater."

Sollen ist etwas anderes als dürfen.

Aber das ist das schöne an der Aussage über Mutter und Vater: Wir dürfen nun endlich auch Alleinerziehenden die Kinder entziehen - und das egal ob sie Alleinerziehend sind, weil sie geschieden wurden und weil sie verwitwet sind oder oder oder.
Wobei man natürlich in Zukunft keine Scheidungen mehr zulassen kann, wenn dadurch Kinder nicht mehr von Mama UND Papa aufgezogen werden.

Wichtig wäre in diesem Zusammenhang natürlich auch, dass Familien kontrolliert werden und so zum Beispiel Wochenendbeziehungen aufgedeckt werden. Hier müssten dann die Kinder ebenfalls die "Familie" verlassen, weil sie ja nicht permanent von "Mutter und Vater" umsorgt werden.

Ich habe jetzt vorausgesetzt, dass eine "Mutter" ein Frau ist und ein "Vater" ein Mann. Biologisch mag das ja die Voraussetzung für Säugetiere sein um sich zu reproduzieren, aber warum bin ich ein besserer Vater für ein adoptiertes Kind, nur weil ich mich zu Frauen hingezogen fühle?

Wie misst man die Qualität eine Vaters bzw. einer Mutter?

Wenn ich mich recht erinnere war "Mutter" der Name des Computers aus dem Film "Alien". Damit hätten wir schon die Hälfte für das Adoptionsrecht zusammen.

Auf 10 Adoptionswillige kommt ein Kind.

Leider fehlt bei der Adoptionsdebatte jede Faktenkenntnis. Kleine Waisenkinder, die in den Kinderheimen auf ihre Adoption warten, sind wegen Pille, Abtreibung und Friedenszeit, eine Seltenheit. Leibliche Eltern werden inzwischen auch weit besser unterstützt.

Egal, ob man die Adoption nun erlaubt oder nicht, faktisch würden homosexuelle Paare kaum einmal zum Zuge kommen. Man muss also weder den Teufel an die Wand malen, noch denken, heute würden nennenswerte Chancen auf Familiengründung von Rechts wegen verbaut.

Ich stelle mir die Frage,

wieso die Befürworter der Babyklappen und der anonymen Geburt
eine so große Zustimmung in der Bevölkerung finden, wie (vermutlich) die Ablehnung des Adoptionswunschs homosexueller Eltern!???

Ist das nicht in unserer Gesellschaft totgeschwiegen worden, dass unsere Regierung die anonyme Geburt gesetzlich legitimiert hat?

Es ist auch keine aktuelle Information zu finden, ob man inzwischen weiß, wo die in den 1o Jahren der Findelkinder des 20./21. Jahrhunderts, den Babyklappen, verschwundenen etwa 200 Säuglinge sind! Ihnen geschah das, was mit den Klappen gewollt ist, sie verschwanden spurlos!

Das "Verklappen" gehört leider zur Sprachfamilie die Klappe.

Das würde mich interessieren, ob unsere Kanzlerin darüber etwas weiß!
Ob eine Mutter, die angeblich allein in ihrem hilflosen Zustand war, sich quält, wenn sie bedenkt, dass ihr Kind eines dieser 200 Kinder sein könnte? Ob sie nicht vielleicht doch lieber wüßte, ihr Kind wäre von liebevollen Menschen, egal ob homosexuell oder nicht, angenommen worden.

"Die Selbtverwirklichung

sollte bei diesem Thema besser nicht eräwhnt werden. Oder was glauben Sie, was es ist, Kinder in den Babyklappen spurlos zu entsorgen? Dabei geht es um die Selbstverwirklichung verbrecherischer Eltern, Mitwisser und Mittäter! Und die Selbstverwirklichung aller, die mitmachen! Sie alle denken an ihr Wohl u. damit ihre Selbstverwirklichung, die mgl. Vergewaltiger, Inzestväter, anderw. verh. Väter, nicht verh. Mütter, deren "guten Ruf" und den ihrer Familie. mgl. Erbansprüche etc. sind wohl alles ehrenwerte Motive?

Auch den Gesetzgeber, der sich der Lobby der Klappenbetreiber wider alles Wissen beugte Das Kindeswohl? Das erste Wohl eines Kindes ist es, zu wissen wer es ist und woher es kommt! Nicht einmal das läßt man diesen Kindern. Nicht einmal ihren Namen. Und seit Juni ist von dieser christlichen Regierung auch die Legitimierung der anonymen Geburt zu verantworten!

Die Würde der Kinder? Der gesetzliche Schutz der Kinder? Das Wohl der Kinder? Was sagt diese Pastorentochter, Frau Kanzlerin,dazu?

Aber alles zum Wohle der TäterInnen!

Das Thema wird in unserer Gesellschaft vornehm totgeschwiegen, von den Moralaposteln, die sich echauffieren, über die gleichgeschlechtliche Elternschaft bei Adoptivkinder.

Sie bestätigen doch die Meinungsdikatur

Mit ihrem Kommentar bestätigen sie das, was sie zu wiederlegen versuchen.

"In diesem Forum sehe ich haufenweise Kommentare die diskriminierend, homophob, xenophob, antisemitisch sind.
Wenn diese Kommentare dann als genau das bezeichnet werden, was sie eben sind"

Was sie aus i h r e r Sicht, aus i h r e r subjektiven Sicht "eben sind". Was "diskriminierend, homophob, xenophob, antisemitisch" ist und was nicht, darüber gibt es unterschiedliche Begriffe; die Begriffe selbst sind teilweise fragwürdig- (Ist Xenophobie, wenn sie gerechtfertigt ist, immer moralisch verwerflich, oder ist berechtigte Feindlichkeit gegenüber dem Fremden keine "Fremdenfeindlichkeit/Xenophobie").

Sie tun sie als, seien diese Begriffe objektive Wahrheiten und noch dazu zweifelsfall feststellbar ("was sie eben sind"). Sie ignorieren, dass diese Begriffe auch Kampfbegriffe sind.

>>Und immer wieder, wenn diese Kommentare dann als genau das bezeichnet werden, was sie eben sind<<

Wenn es bei einer sachlichen Kritik bliebe, hätte auch keiner ein Problem damit. Eine sachliche Kritik bedarf einer Begründung, nicht nur bloßen Vorwürfen, noch dazu mit umstrittenen und vieldeutigen Begriffen.