TV-Sendung "Wahlarena"Merkels verletzlichster Wahlkampf-Moment

Homo-Ehe, Leiharbeit, Integration: Die sonst so präsidiale Kanzlerin stellt sich in der ARD Fragen der Wähler – und gerät ins Schwimmen. von 

Angela Merkel ist angespannt. Die Kanzlerin hat Lauerstellung eingenommen, den Oberkörper leicht nach vorne gebeugt, den Kopf nach oben gereckt, ernster Gesichtsausdruck. In einem TV-Studio in Mönchengladbach lauscht Merkel den Belangen normaler Menschen – konzentriert, die Hände fest ineinander verknotet.

Normale Menschen, die hat Angela Merkel in diesem Wahlkampf eigentlich immer anders erlebt: Die Bürger hören ihr zu. Sie kommen zu Tausenden, um ihre Kanzlerin auf den Marktplätzen zu sehen. Merkel schüttelt dann beim Einmarsch zu ihren Kundgebungen ein paar Hände von Fans, die Sicherheitsschleusen passiert haben. Später winkt sie dann von der Bühne dem restlichen Volk zu – und das jubelt zumeist.

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Heute beträgt der Abstand der Kanzlerin zu den Bürgern nur wenige Meter. In der Wahlarena, dem TV-Format der ARD, reden sie höflich, ungefiltert und ziemlich direkt auf Merkel ein. Vom Umfrageforschungsinstitut infratest dimap ausgewählte Menschen dürfen der Kanzlerin live im Fernsehen Fragen stellen. Es funktioniert.

In 75 Minuten macht die Kanzlerin notgedrungen die Tour d’Horizon durch die umstrittenen Themen ihrer Regierungszeit. Merkel, der immer vorgeworfen wird, vage und beliebig zu sein, kann sich plötzlich nicht mehr wegducken.

"Ein besonders krasser Fall"

Zum ersten Mal in diesem Wahlkampf erlebt das Publikum eine teilweise hilflose Kanzlerin. Als ein Arbeiter aus Leipzig ihr erzählt, dass er seit zehn Jahren ununterbrochen bei einem Automobilzulieferer in Leiharbeit beschäftigt ist und dass man da doch nicht mehr von einer Brücke in den regulären Arbeitsmarkt reden kann, da weiß Merkel auch nicht, was sie sagen soll. Auf 30 bis 40 Stammbeschäftigte kämen 500 Leiharbeiter, berichtet der Mann von seinem Betrieb. 

"Wie groß ist der Lohnunterschied?", fragt Merkel – in der Hoffnung, dass sie an diesem Punkt auf ein Mindestlohn-Gesetz ihrer schwarz-gelben Bundesregierung verweisen kann. Grundsätzlich sei es doch schön, dass bei der Firma Leiharbeiter durchgehend beschäftigt würden – das spreche für die Abwrackprämie, die noch zu Zeiten der großen Koalition die Automobilbranche vor einem Auftragseinbruch geschützt habe. Offenbar merkt Merkel da schon, wie krude ihre Argumentation ist. Zum Schluss sagt sie freundlich: "Ich halte das für einen besonders krassen Fall". Sie wolle sich das mal genauer angucken.

Leserkommentare
    • vyras
    • 10. September 2013 0:17 Uhr

    "Merkel verspricht, sich auch diese Fälle anzuschauen."

    Darum geht es doch nicht, dass Merkel sich diese Fälle "anschaut", und sich so als kümmernde Mutti inszeniert. Die geschilderten Fälle stehen doch nur exemplarisch für tausende ähnlich gelagerte, will sie sich die alle anschauen?

    Tatsächlich geht es um eine Politik der Bundesregierung, die solche Auswüchse möglich gemacht hat, eine solche Ungleichbehandlung bis Ausbeutung diskret fördert, denn das ist der Kern dessen, was manche als "Jobwunder" bezeichnen.

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    • ZPH
    • 10. September 2013 6:52 Uhr

    zu Muttis Regierung die der Realität Europas des Jahres 2013 und nicht in irgendwelchen wundervollen aber leider nur ausgedachten Szenarien zur Verfügung steht. kann man sich in zahlreichen Ländern Europas ansehen: Massenarbeitslosigkeit. Wer das lieber will, soll halt eine Papi Papi Vati Regierung wählen.

    Allerdings hat eine Papi Vati Regierung genau aus diesem Grund dann irgendwann mal Hartz IV eingeführt, weil es nämlich sonst auch hier noch viel schlechter geworden wäre für Millionen von Menschen.

    Um diese Fragen wird es im Kern am 22.09. gehen.
    Homo-Adoptionsrecht, Syrien oder NSA werden am Wahltag die Unentschlossenen und potentiellen Nichtwähler nicht an die Urnen bringen, sondern nur jene, die ohnehin Wählen gehen und deren Wahlverhalten jetzt schon größtenteils feststeht.

    Wer selbst mal 10 Jahre durch die Leih- und Befristungsmühle gegangen ist, wer sieht, wie dies seine Kinder oder Enkel gerade tun, wie ihnen die schlecht bezahlten, unsichern und prekären Arbeitsverhältnisse eine planbare Zukunft verbauen, ihnen die Möglichkeiten nehmen, die die Elterngeneration noch hatte, Familie, Haus und Zukunft aufzubauen, der kann sich von Merkel gestern nicht überzeugt gefühlt haben.

    Genau diese Fragen aber, Leiharbeit, Befristungen, Mindestlohn sprechen das Millieu der ca. 10-15 Mio Unentschlossenen und potentiellen Nichtwähler an, deren Stimmen ungeachtet aller Umfragen die Wahl entscheiden werden und die nicht oder kaum in den demoskopischen Umfragen berücksichtigt sind.

    Diese Wähler von der Urne fernzuhalten ist das Ziel der Koaltion, denn an diesen kann die Wiederwahl noch scheitern und dieses Potential zu Mobilisieren ist das Tiel der Oppositionsparteien.
    Wer erfolgreicher sein wird, wird gewinnen - ungeachtet aller Umfragen, denn dieser Umstand ist kaum demoskopisch im Voraus zu erfassen.

    kann dann auch gut glauben, es gehe "Deutschland" gut - Deutschland vielleicht, aber vielen Menschen in Deutschland eben nicht.

    e Gesicht eines rüden, menschen- und sozialfeindlichen, global agierenden Kapitalismus. Alle medialen Inszenierungen sollen darüber hinwegtäuschen und einen Nebelschleier über die zunehmenden Widersprüche in diesem System legen. Die "soziale Marktwirtschaft" wurde seit dem Ende von West- und Ostblock Schritt für Schritt abgeschafft. Am deutlichsten wurde das 1998 mit der Wahl von G.Schröder und seinen Vasallen. Seit dem geht es nur noch um Kapitalismus in seiner ursprünglichen Form (neoliberaler Kapitalismus). Leider ist die CDU/CSU mit Frau Merkel diese Doktrin weiter gefolgt wie alle Krisen der letzten Jahre überdeutlich zeigen. Die Rechnung dieses Kurses bekommen immer Leute jeden Tag serviert.

    Ehrlich gesagt hat mich die Ahnungslosigkeit von Frau Merkel schockiert. Frau Merkel ist BUNDESKANZLERIN, also Regierungschefin. Wenn man dann nicht weiß, was für grundlegende Probleme es im Lande gibt, die dringend behoben werden müssen, ist das erschreckend.
    Bei der Frage der "Werkverträge" geht es um menschenverachtende Ausbeuterei bis hin zum Menschenhandel. Und das kann man nicht einfach mal so mit Kuschelrunden zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften lösen. Da ist der Staat gefragt - der Zoll, die Polizei, die Gewerbeaufsicht und die Staatsanwaltschaften. Hier geht es nämlich um Schwerstkriminalität und nicht um das Führen eine profitablen Unternehmens.

    Shön das sic rau Merkel so um ihre Wähler kümmert - nur irgendwielässt Sie leider solche Wähler die in diesem Jahr mal auf die Kacke hauen und si in dem Licht indem sie steht sage und schreibe 'nur zur Wahl holt und dort im Rampenlicht dann stehen lässt... und dann heißt es nur noch and the Winner are - Peer Steinbrück!

    Tja so kann's auch laufen wenn man aneinander 'vorbei'-Redet!

    Genaue Fragen wurden gestellt; und was findet se? Asflüchte! tolle Kanzlerin... na wollen wa ma sehen was ihr dann noch bleibt... n Scherbenhauen? Na dann hoffen wa'h mal. Ne?

    Acja... ich will nur Gleichberechtigung und Frau Kanzlerin hatte gezeigt das se nicht wiedergewählt werden will.. gesagt hatte se es zwar. und zwar das se wieder Kanzlerin werden möchte aber, rüber kam es Leider(oder auch zum Glück) nicht!

    U(nd die Schlape die diese Woche wiederholt wurde... na herzlichen Dank "Frau Merkel das Sie "leider und" zum Glück nicht wiederholt antreten werden... wollen wa mal auf die nächsten acht Jahre von SPD und Co hoffen! vielleicht komt es ja aber wenn dann knallhart!

  1. Der Mann hat Frau Merkel gefragt, warum sie die gleichgeschlechtlich liebende (und lebende) Menschen in Bezug auf das Adoptionsrecht diskriminiert.

    By the way "Homo-Ehe" gibt es nicht. Diese Wortschöpfung sagt nichts weiter als: Ehe+Ehe
    und Polygamie ist nicht das, was sich Lesben und Schwule in Deutschland als gleichberechtigt anerkannt wünschen.

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    • sozio
    • 10. September 2013 9:10 Uhr

    Was für ein albernes Wortspiel, also ehrlich. Wenn bei uns in Deutschland wirklich nur die Wortwahl das Problem ist, dann können wir gerne noch mal die CDU wählen; es müsste tatsächlich nichts geändert werden.

    Nebenbei sei gesagt, dass ich mir vorstellen, dass einige dieser Frau nun aus Mitleid ihre Stimme geben. Sie sehen sich in der hilflosen Schwimmerei vor den Problemen, die es - mitsamt der Probleme, die nach ihrer Lösung folgen werden - zu lösen gilt, voll gespiegelt.

    Da haben Sie den Begriff "Homo" falsch verstanden.

    In einigen Fremdwörtern im Deutschen stammt "homo" aus dem Lateinischen und bedeutet "Mann" oder "Mensch", bei anderen Begriffen stammt "homo" aus dem Altgriechischen und heißt "gleich".

    Wenn man etwas nachdenkt, erkennt man, welches "homo" in welchem Begriff mehr Sinn ergibt.

  2. Ich tue "mich" auch schwer damit, dieses Geschwurbel von einer Bundeskanzlerin als Erklärung/Begründung dafür hinzunehmen, dass Menschen auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück Steine in den Weg gelegt bekommen, nur weil Madame sich schwer damit tut.

    Und wenn Madame sich schwer mit etwas tut, relativiert sich vieles ganz schnell in diesem Land unter der "christlich" "demokratischen" "Union": Freiheit, Persönlichkeitsentfaltung, Gleichberechtigung.

    Ich hoffe möglichst viele checken es langsam!

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    • Denitz
    • 10. September 2013 4:24 Uhr

    "Ich weiß, dass ich damit vielen Menschen ihre Würd... eh Wünsche nicht erfülle" - Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare.

    Schon blöd, wenn einem das "Würde aberkenne" dann doch so halb rausrutscht Frau Merkel.

    • hojo
    • 10. September 2013 8:11 Uhr

    tut sich die Kanzlerin da schwer. Und mit ihr viele in der Bevölkerung. Ich hätte mir von der Kanzlerin deutlich klarere Antworten gewünscht. Aber wir leben halt in der Zeit der "political correctness...". Meine Meinung ist: Kinder haben ein Recht auf Vater und Mutter. Das ist nicht nur natürlich sondern auch logisch. Alles andere sind Mangellösiungen. Es genügt schon, daß wir aufgrund der kaputten Ehen so viele Alleinerziehende haben. In dem Fall geht es nun mal leider nicht anderst...

    • mecki48
    • 10. September 2013 9:18 Uhr

    nach den Reaktionen zu urteilen, wohl eher nicht. Merkel hat trotz ihrer schwammigen Aussagen, bei den Zuschauern den Eindruck hinterlassen, sie wird es richten, man kann sie wählen. Viele schauen nicht dahinter, oder können es nicht. Nach diesem Auftritt dürfte jeder vernunftbegabte Mensch sie nicht mehr wählen. Aber es wird wohl anders kommen.

    • Mike M.
    • 10. September 2013 9:42 Uhr

    ... die zur Adoption freigegeben werden. Waisen gibt es in Kriegszeiten, bei Charles Dickens im Roman, aber nicht in unser friedlichen Wohlstandsgesellschaft. Auf zehn adoptionswillige Paare, die nicht zu alt, nicht zu arm, nicht zu… sein dürfen, kommt vielleicht ein Kind.

    Kinder mögen eins nicht: Anders sein als die anderen. Kann man einem Kind, das wahrscheinlich viel erlebt hat, dann nicht „normale“ Eltern gönnen, wenn es schon nicht die leiblichen sind – also Vater und Mutter? Sie reden von der "Suche nach ihrem persönlichen Glück", das Frau Merkel angeblich behindert. Es sollte jedoch bei Fragen der Adoption um das Glück der Kinder gehen.

    Kinder sind das Gut der hier lebeneden Wähler! und zwar Allen & diese Aussage steht ausnahmslos!

    Ich selbst bin homosexuell und habe ein Kind welches demnächst wählen darf!!! Aber ich habe kein Anrecht darauf es selbst Groß zu ziehen- auch nicht die Möglichkeit weil sich Frau Märkel-chen... sich mit derart schwer tut. Wollen wa mal au nen Regierungswechel warten... ich hoffte heute wäre schon die Wahl der Wahlen, dann wüsste ich wo ich meine Stimmen für hergeben würde und war jeder Partei Hauptsache es komme weder die Bustaben C;D & U nicht in dem Hauptname dieser Partei vor weil sehen wir es mal pragmatisch; wenn es vorangehen soll dann lieber mit ner - S + P &D oder anderen Partei aber sicherlich nicht noch mal C + D & U - Fraktion!

    Chrislichen Sozialdemokaten... naja sehen wir es doch mal Anders: Es gibt keinen Jesus! Es gibt keinen Gott und wenn dann nur - damit ihr Euch hinter ihm versteckt! - Und was ist das dann - n Versteckspielchen!

    Um den Wähler dann zu zeigen das ihr es nochmal machen könnt, die Fäden weiterspinnt und allen anderen dann mit der Umformung von Atompolitischen Dingen - ach wenn ihr Euch daran beteidigt und auf Wählerstimmen 'Spekulieren" könnt! - Tja was heißt das wohl oder Übels? Abgabe an die SPD! Oder? das ist doch im Großen und Ganzen was 'Es' in Wahrheit ist... na dann wollen wa'h mal wählen gehen.

    Ich würde mich beömmel! Wenn es an einer einzigen Stimme läge... Har HAR HAR - HÄ HÄ HÄ HÄÄ

    Ein Kind hat ein Recht auf Vater und Mutter? Ja?
    Wo steht das denn geschrieben? Und warum sollte das überhaupt so sein? Damit die Mutter der Tochter das Kochen und Waschen beibringen kann und der Vater beim Sohn das Rasieren und Austauschen von Glühbirnen?

    Ein Kind hat ein Recht auf eine intakte Familie. Das wäre ein Statement, mit dem ich leben könnte. Und eine intakte Familie besteht allen voran aus zwei Menschen, die sich lieben. Und nicht aus einem Vater, der ein Doppelleben führen muss, da er sonst keine Kinder haben darf.

    Es gibt so viele Kinder, die in völlig kaputten Familien aufwachsen (oder erst gar keine haben) und deren größtes Glück es wohl wäre, von einer Familie aufgenommen zu werden, die wirklich Kinder haben möchte und diese nicht nur als Betriebsunfall ansieht. Und dabei ist es sowas von egal, ob das jetzt zwei Männer oder zwei Frauen sind.

    Manchmal schäme ich mich wirklich, dass in einem Land wie Deutschland noch immer solche Meinungen vertreten sind. Und ich befürchte, sie sind gar nicht mal so alt, wie man vermuten könnte.

    Frau Merkel hat ihre ablehnende Haltung gegenüber der Forderung nach vollem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare nicht nur damit begründet, dass sie sich "schwer damit tut", was Sie wenig freundlich als "Geschwurbel" bezeichnen, sie hat dieses vor allem unter Hinweis auf das Kindeswohl getan. Wenn verantwortliche Politiker sich in dieser Frage ungeachtet des zu erwartenden Gegenwinds zurückhalten, ist das nicht zwangsläufig Ausdruck einer rückwärtsgewandten Gesinnung, weil das Argument der Sorge um das Kindeswohl in diesem Fall schwerwiegend und vorrangig zu beachten ist. Die Wahrnehmung des Rechts auf freie Entfaltung der Persönlichkeit darf nicht auf Kosten Dritter erfolgen, in diesem Fall der schutzbefohlenen Kinder, die im sozialen Alltag wegen ihrer Sonderrolle als Kinder von Homosexuellen leider immer noch Hänseleien und Ausgrenzungen zu erwarten haben, solange die gesellschaftliche Akzeptanz homosexueller Lebenspartnerschaften nicht weitgehend unumstritten ist. Letzteres zu erreichen, bleibt ein wichtiges Ziel aller gesellschaftlichen Kräfte. Bis dahin sollten sich homosexuellen Paare mit der Möglichkeit der Übername von Pflegschaften für Kinder begnügen, im Interesse der Kinder, deren Wohlergehen ungeachtet eigener Wünsche auch ihnen am Herzen liegen wird.

    Aus dem Grund genau dem Grund bin ich froh, dass die CDU mit der FDP koalieren musste.

    • Mesa
    • 10. September 2013 0:32 Uhr

    vorab vom Umfrageforschungsinstitut infratest ausgewählt wurden. So wurde meines Erachtens schonmal sichergestellt, dass keine "unangenehme" Fragen gestellt werden, die nicht in das gewollte Image der Kanzlerin passen.

    Und zur Homo-Ehe; ich persönlich finde, dass gleichgeschlechtliche Paare keine Kinder adoptieren sollten. Kinder brauchen Mutter und Vater.

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    dass im Gegensatz zu Homosexuellen paaren, heterosexuelle und homosexuelle SINGELS sehr wohl adoptieren dürfen?

    Und was maßen Sie sich eigentlich an zu wissen, was Kinder genau brauchen und dass Menschen, die kein bestimmtes Geschlecht haben, nicht in der Lage sind, ihnen das zu bieten was sie brauchen? Kinder brauchen weder einen Mann noch eine Frau, Kinder brauchen Liebe, Fürsorge und Sicherheit. Alles andere ist Privatsache und hat nicht von ignoranten, homophoben Rechten beschlossen zu werden.

    Mutter UND Vater? Sonst ist es nicht erlaubt?
    Dann müßte im Umkehrschluss jede/r Alleinerziehende/r ein illegaler sein.
    Scheidungen müßten verboten werden und wenn ein Elternteil stirbt müßte die Kinder vom Jugendamt eingezogen werden.
    Wenn man dies nur einmal überdenkt merkt man schnell, dass dabei nur Schwachsinn heraus kommt.

    "Und zur Homo-Ehe; ich persönlich finde, dass gleichgeschlechtliche Paare keine Kinder adoptieren sollten. Kinder brauchen Mutter und Vater."

    ... Kinder ohne Vater und Mutter besser elternlos bleiben als bei gleichgeschlechtlichen Eltern zu "landen"?

    Und wie ist das bei Kindern von alleinerziehenden Elternteilen? Sind die bei Alleinerziehenden besser aufgehoben verglichen mit Kindern bei zwei Gleichgeschlechtlichen? Was ist da denn die bessere Situation für Kinder?

    • hubermi
    • 10. September 2013 7:58 Uhr

    Aber Sie wissen schon. Meinungen sind wie ....

    Es gibt hinlängliche Erfahrungswerte und Studien dazu, dass Kinder eben nicht benachteiligt sind, wenn sie gleichgeschlechtliche Eltern haben.

    der, wenn Sie bereit sind, lieb gewordene Vorurteile zu revidieren, das Zeug dazu hätte, das zu bei Ihnen zu bewirken:
    http://www.welt.de/politi...
    und hier von der Uni Leipzig
    http://www.uni-leipzig.de...

    ...hat nach wie vor so ihre Probleme bei diesem Gedanken.Trotzdem mag ich nicht mehr der Versuchung verfallen meine persönlichen Wertvorstellungen zum Maßstab darüber zu erheben welche Rechte anderen Menschen zustehen und welche nicht, verbunden mit irgendwelchen spekulativen Unterstellungen welche keinerlei faktisch belegbarer und seriöser Bestandsaufnahme standhalten.Dabei war ich selbst noch vor 15 Jahren sowas wie ein "Schwulenhasser"!

    "Und zur Homo-Ehe; ich persönlich finde, dass gleichgeschlechtliche Paare keine Kinder adoptieren sollten. Kinder brauchen Mutter und Vater."

    Sie haben mit diesem Satz jedem Alleinerziehenden und jedem verwitweten Elternteil die Erziehungskompetenz abgesprochen.

    Und was machen wir mit den Vollwaisen in Heimen? Die haben weder Mutter noch Vater. Und Kindern, die in Heimen leben, weil das Elternhaus nicht sicher, kindgerecht, ja gefährlich ist? Wieder zurück schicken, zu psychisch-, alkohol- oder drogenkranken Eltern? Eltern, die völlig überfordert sind mit der Erziehung?

    Und das alles nur, weil IHR persönlicher Lebensplan eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft nicht vorsieht?

    Wenn jemand nun sagt, dass sie streng gläubig und CDU/CSU Wähler seien, sich vor allem als Christ bezeichnen, würde ich das unbesehen glauben.

    Bigott ist das Wort, dass mir dazu einfällt. Auch zu Merkel. Denn es geht ja dabei nicht um das Kindeswohl, sondern um das eigene bigotte Selbstverständnis.

    Sorry, ich habe Ihren Kommentar empfohlen, bevor ich den letzten Satz las. Das war ein großer Irrtum.

    wie kann das plausibel begründet werden, unter dem Aspekt, dass keine Diskriminierung stattfinden darf? Bei der Kanzlerin hat man gesehen, wie es geht, wenn man eine Begründung hat. Ich hätte einen Vorschlag zu machen. Denn wir reden hier nur über Adoption und Erziehung von Kindern, nicht vom Zusammenleben von Gleichgeschlechtlichen Paaren und deren Rechte und Pflichten, die gerne die gleiche sein sollen, wie bei Heteros. Nein, die einzige korrekte Antwort die möglich und logisch ist, wenn wir die Natur hinzuziehen. Denn hat sie zwei Männern oder zwei Frauen die Möglichkeit gegeben, Kinder zu zeugen? Wer das mit Nein beantwortet, hat das beste Argument überhaupt. Kein Mensch muss mehr gefragt werden, fragt die Natur!!!! Es war und ist offensichtlich bei den Menschen nicht vorgesehen. Also erübrigt sich weiteres Herumlamentieren wie "Ich tue mich schwer damit." Wird nun diese Erklärung anerkannt, oder stellt jetzt jemand die Gesetze der Natur in Frage?? Diese würde ich jemanden antworten, wenn er von mir hören möchte, warum ich gegen eine Adoption von Kindern bin, die gleichgeschlechtliche Paar einfordern. Dass dort eine gute Erziehung vorgenommen werden kann, und hier und da eine bessere als bei sogenannten Problemeltern hetero geprägter Paare, stelle ich überhaupt nicht in Frage. Doch das wiederum ist eine andere Geschichte.

    Zitat: "Und zur Homo-Ehe; ich persönlich finde, dass gleichgeschlechtliche Paare keine Kinder adoptieren sollten. Kinder brauchen Mutter und Vater."

    Sollen ist etwas anderes als dürfen.

    Aber das ist das schöne an der Aussage über Mutter und Vater: Wir dürfen nun endlich auch Alleinerziehenden die Kinder entziehen - und das egal ob sie Alleinerziehend sind, weil sie geschieden wurden und weil sie verwitwet sind oder oder oder.
    Wobei man natürlich in Zukunft keine Scheidungen mehr zulassen kann, wenn dadurch Kinder nicht mehr von Mama UND Papa aufgezogen werden.

    Wichtig wäre in diesem Zusammenhang natürlich auch, dass Familien kontrolliert werden und so zum Beispiel Wochenendbeziehungen aufgedeckt werden. Hier müssten dann die Kinder ebenfalls die "Familie" verlassen, weil sie ja nicht permanent von "Mutter und Vater" umsorgt werden.

    Ich habe jetzt vorausgesetzt, dass eine "Mutter" ein Frau ist und ein "Vater" ein Mann. Biologisch mag das ja die Voraussetzung für Säugetiere sein um sich zu reproduzieren, aber warum bin ich ein besserer Vater für ein adoptiertes Kind, nur weil ich mich zu Frauen hingezogen fühle?

    Wie misst man die Qualität eine Vaters bzw. einer Mutter?

    Wenn ich mich recht erinnere war "Mutter" der Name des Computers aus dem Film "Alien". Damit hätten wir schon die Hälfte für das Adoptionsrecht zusammen.

    "Kinder brauchen Mutter und Vater."
    -----------------------
    Ob sie sie brauchen, sei dahingestellt. Jemand, der meint, er könne dieses Recht den Kindern vorsätzlich vorenthalten, agiert jedenfalls anmaßend. Kinderwunsch hin und her.

    wieso die Befürworter der Babyklappen und der anonymen Geburt
    eine so große Zustimmung in der Bevölkerung finden, wie (vermutlich) die Ablehnung des Adoptionswunschs homosexueller Eltern!???

    Ist das nicht in unserer Gesellschaft totgeschwiegen worden, dass unsere Regierung die anonyme Geburt gesetzlich legitimiert hat?

    Es ist auch keine aktuelle Information zu finden, ob man inzwischen weiß, wo die in den 1o Jahren der Findelkinder des 20./21. Jahrhunderts, den Babyklappen, verschwundenen etwa 200 Säuglinge sind! Ihnen geschah das, was mit den Klappen gewollt ist, sie verschwanden spurlos!

    Das "Verklappen" gehört leider zur Sprachfamilie die Klappe.

    Das würde mich interessieren, ob unsere Kanzlerin darüber etwas weiß!
    Ob eine Mutter, die angeblich allein in ihrem hilflosen Zustand war, sich quält, wenn sie bedenkt, dass ihr Kind eines dieser 200 Kinder sein könnte? Ob sie nicht vielleicht doch lieber wüßte, ihr Kind wäre von liebevollen Menschen, egal ob homosexuell oder nicht, angenommen worden.

    • vyras
    • 10. September 2013 0:36 Uhr

    "Die Kanzlerin weiß darauf auch keine schlüssige Antwort. "Ich persönlich tue mich schwer damit", stottert sie auf hartnäckige Nachfragen des Homosexuellen immer wieder .."

    Merkel hat sich damit schwergetan, weil sie immer bemüht ist, möglichst keine Partei zu verärgern und so selten wie möglich einen klaren Standpunkt einzunehmen. Und sie weiss auch, welche Streitmacht die Homolobby in den Medien auffahren kann.

    In diesem Fall war der Konflikt jedoch nicht ganz zu vermeiden. Sie hat dem Mann so nett und verklausuliert wie möglich gesagt, dass sie Zweifel hat, ob das im Sinne des Kindeswohls ist, Kinder bei homosexuellen Paaren aufwachsen zu lassen.

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  3. und die damit "muss sich nochmal anschauen", wie es mit Leiharbeit steht?
    Einfach nicht zu fassen, wie oft sie an diesem Abend die Fragesteller_innen vertröstet mit irgendwelchen ominösen "ich schau nochmal hin und melde mich bei ihnen". Da wimmelt sie die Leute an einem Stück ab und bleibt Antworten schuldig und das Publikum reagiert trotzdem auf den Tonfall am Ende ihrer Aussagen mit lautem klatschen. Nicht zu fasssen!

    Am schlimmsten fand ich aber den Teil mit dem Homosexuellen. Die begrndung "ich tu mir da schwer" klingt nach den gleichen Ressentiments, die sich Homosexuelle, aber auch Ausländer oder menschen mit anderer Hautfarbe als der Weißen, ständig anhöhren müpssen.
    Auf Grundlage persölnlichen, irraltionen UNbehangesn, werden wir diskriminiert und das auch noch mit den Worten "ich will sie nicht diskriminieren". Frau Merkel, als 2. Staatsoberhaupt und mächstigste Person des Landes, tun Sie das aber jeden Tag durch die Gesetze, die Sie zu vertreten haben und nicht ändern wollen. SIE halten die Diskriminierung gegen uns aufrecht und das weil sie "so offen stehen lassn", dass Sie es sich "damit schwer tun", auch wegen dem Kidneswohl. Eine bodenlose Frechheit. Das haben Sie wirklich ihr wahres Gesicht gezeigt.

    Ich hoffe, dass Sie endlich aus der Verantwortung verschwinden und mit Rot-Grün endlich Gleichstellung von Homsoexuellen möglich ist! Noch haben die Wähler_innen zeit zur Besinnung zu kommen.

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    • Marula
    • 10. September 2013 9:00 Uhr

    Das Herumgedruckse bei der Frage nach Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Ehepartner war sicher keine Glanzleistung (diese Frage wird ohnehin das Bundesverfassungsgericht ganz ohne Politiker lösen), aber ansonsten hatte ich nicht den Eindruck, dass Merkel die Nähe zu den Bürgern und ihre offenen Fragen unangenehm war.

    Mir drängt sich die Frage auf: Ist dieser Artikel nun ein Kommentar oder ein Bericht?

    Es ist ja offensichtlich, dass Merkel es vielen gar nicht recht machen kann, schon einfach aus dem Grund, weil sie ihre politischen Positionen (die es ja offenbar doch gibt) ablehnen.

    Man muss sich ja auch mal die Frage stellen, ob man einen Kanzler braucht, der großartige öffentliche Auftritte hinlegt oder einen, der seinem Land gute Dienste leistet.

    Mir ist letzteres lieber. Ich lebe nicht in Deutschland und sehe das von außen. Die Tatsachen sprechen für Merkel.

    • Quirke
    • 10. September 2013 9:59 Uhr

    Kein schlechter Kommentar; gibt's davon auch eine fehlerfreie Version?

    hört ein erschreckendes Stammtisch-Sprachniveau.

    "Wir haben die Leiharbeit sozial gemacht", gehört dazu und wird bestätigt mit dem Hinweis "muss ich nochmal anschauen" auf eine Mitteilung über ein bedrückendes Schicksal. Man kann ein Fahrrad verleihen, aber keinen Menschen! Soviel zu ihrem Verständnis zum Thema "sozial"!

    Sie übernimmt nicht nur für nichts Verantwortung, sondern sie weiß auch nichts und scheint dies auch nicht zu bemerken. Schröder hat seine Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen teuer bezahlt. Wenigstens das sollte diese Kanzlerin auch aushalten müssen und ihren Abschied bekommen.

  4. daß es noch vier weitere Jahre braucht, aber irgendwann geht alles zuende.

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    • NGC1672
    • 10. September 2013 9:01 Uhr

    Oder wo ist die CDU in den Ländern noch präsent? 26% in NRW sind da recht eindeutig. Der Wähler will kein Schwarz-Gelb.

    Für Merkel:
    "Wenn die Sonne niedrg steht, werfen auch Zwerge lange Schatten."

    • hareck
    • 10. September 2013 10:13 Uhr

    das sieht die Regierung ganz richtig.

    Das ist aber auch eine Chance für einen Wechsel. Also wählen gehen.
    Wer konservativ ist und die soziale Marktwirtschaft wiederhaben möchte, wählt diesmal links.

  5. dass im Gegensatz zu Homosexuellen paaren, heterosexuelle und homosexuelle SINGELS sehr wohl adoptieren dürfen?

    Und was maßen Sie sich eigentlich an zu wissen, was Kinder genau brauchen und dass Menschen, die kein bestimmtes Geschlecht haben, nicht in der Lage sind, ihnen das zu bieten was sie brauchen? Kinder brauchen weder einen Mann noch eine Frau, Kinder brauchen Liebe, Fürsorge und Sicherheit. Alles andere ist Privatsache und hat nicht von ignoranten, homophoben Rechten beschlossen zu werden.

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    Und was maßen Sie sich eigentlich an zu wissen, was Kinder genau brauchen und was nicht, werte Frieda Karol?

    • vyras
    • 10. September 2013 1:15 Uhr

    .... gelebte Toleranz der anderen Meinung gegenüber. Da hat sich niemand mehr "angemaßt" als einen eigenen Standpunkt, Sie hingegen beschimpfen Menschen, die das anders sehen als Sie, als "homophobe Rechte". Die Anmaßung ist ganz auf Ihrer Seite.

    ...Mesa hat seine/ihre Meinung geäußert, das müssen Sie ertragen können, auch wenn es noch so schwer fällt!

    ... sind Sie aber mur milde gestreift worden, wie? Jawohl: Kinder brauchen Mutter und Vater. Alle!

    Sie maßt sich genauso viel an wie sie. Ich muss ehrlich sagen: Meine Antwort auf die Frage hätte ähnlich ausgesehen. Schwule können tun und lassen was sie wollen.

    Aber das sie Kinder erziehen sollen halte ich für fraglich.

    Fakt ist: Zwei Männer können auf biologische Art keine Kinder zeugen.

    Abschließend: Ich kann habe keine eindeutige Meinung.

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