Joachim Gauck muss sich beim Bundesverfassungsgericht gegen eine Klage der NPD zur Wehr setzen. Einen entsprechenden Bericht des Spiegel bestätigte das Gericht in Karlsruhe.

Gauck hatte sich Ende August zu ausländerfeindlichen Protesten gegen ein Asylbewerberheim in Berlin-Hellersdorf und Gegendemonstranten geäußert. Nachdem er vor Oberstufenschülern aufgetreten war, wurde er mit den Worten zitiert: "Wir brauchen Bürger, die auf die Straßen gehen und den Spinnern ihre Grenzen aufweisen." 

Die NPD verlangte dem Bericht zufolge zunächst von Gauck Auskunft, ob er sich mit der "Bezeichnung 'Spinner' auf Mitglieder bzw. Aktivisten der NPD bezogen" habe. Der Bundespräsident ließ erklären, "bei verständiger Würdigung der Medienberichte" beantworte "sich Ihre Frage von selbst". 

Daraufhin reichte die NPD  eine Organklage gegen Gauck ein, verbunden mit einem Eilantrag, ihm solche Äußerungen bis auf Weiteres zu untersagen. Über den Eilantrag will das Gericht noch vor der Bundestagswahl entscheiden.