SPD und Grüne zeigen sich trotz schwacher Umfragewerte zuversichtlich im Hinblick auf den gemeinsam angestrebten Politikwechsel nach der Bundestagswahl. Die guten Ergebnisse von Rot-Grün in einigen Bundesländern seien ein Erfolg, der auch im Bund möglich sei, sagte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bei einem Spitzentreffen beider Parteien in Berlin

In den Ländern gebe es bereits einen Politikwechsel – "diesen Kurs wollen wir gerne fortsetzen, auch auf Bundesebene", sagte Steinbrück. SPD und Grüne wollen "dafür sorgen, dass es endlich gerechter zugeht in Deutschland", sagte Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt.

Als wichtigste politische Ziele nannten die Politiker einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde und einen höheren Spitzensteuersatz, mit dem Investitionen in Bildung und für die Kommunen finanziert werden sollen.

Der zweite Spitzenkandidat der Grünen, Jürgen Trittin, kündigte eine harte Auseinandersetzung mit Union und FDP bis zum Wahltag am 22. September an: "Das Signal von heute ist ganz einfach: Der Wahlkampf mit den Rezepten, wie man Kohlrouladen herstellt, ist zu Ende."  

An dem Treffen nahmen neben Steinbrück, Göring-Eckardt und Trittin auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) teil.

SPD und Grüne verlieren in aktuellen Umfragen

In einer aktuellen Umfrage kommen SPD und Grüne zusammen auf 36 Prozent. Damit sind die beiden Parteien zwei Wochen vor der Bundestagswahl deutlich von einer eigenständigen parlamentarischen Mehrheit entfernt. Auch mit der Linken, die bei acht Prozent liegt, würde es nicht reichen.

Die Sozialdemokraten bleiben laut ZDF-Politbarometer bei 26 Prozent. Die Grünen liegen bei 10 Prozent und verlieren damit zwei Prozentpunkte. Das ist der schlechteste Wert der Partei seit 2009. Im Frühjahr 2011 – kurz nach dem historischen Wahlsieg in Baden-Württemberg – kam die Partei noch auf 28 Prozent.