SPD-KanzlerkandidatSteinbrück wegen Putzhilfe erpresst

Ein Unbekannter wirft den Steinbrücks vor, eine Putzhilfe illegal beschäftigt zu haben. Der SPD-Kanzlerkandidat ist empört. Er sprach von inakzeptablen Wahlkampfmethoden.

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wehrt sich gegen einen Erpressungsversuch. Eine unbekannte Person wirft dem Ehepaar Steinbrück vor, eine Putzhilfe vor 14 Jahren illegal beschäftigt zu haben. Der Erpresser drohte damit, dies öffentlich zu machen, wenn Steinbrück nicht auf seine Kandidatur verzichte.

Er habe Anzeige erstattet, da es sich um einen strafrechtlich relevanten Vorgang handle, sagte Steinbrück nach einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt. Was er bislang im Wahlkampf erlebt habe, gehe weit über das hinaus, was akzeptabel sei. "Dass dazu ein Erpressungsversuch gehört, ist jenseits meiner Vorstellungskraft gewesen." Die Angelegenheit werde ihn aber in seinem Wahlkampf nicht beeinflussen.

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SPD-Chef Sigmar Gabriel sprach von einer "Schmutzkampagne": "Dieser Erpressungsversuch ist bisher der absolute Tiefpunkt in diesem Wahlkampf", sagte er der Bild am Sonntag.

"Steinbrücks sind nicht erpressbar"

Die Bild-Zeitung hatte zuvor berichtet, ein Unbekannter habe einen Erpresserbrief an Steinbrücks Ehefrau Gertrud geschrieben. Er habe erfahren, dass die Steinbrücks "für eine begrenzte Zeit" eine Philippinerin schwarz beschäftigt hätten, die sich zum damaligen Zeitpunkt illegal in Deutschland aufgehalten habe.

Gertrud Steinbrück wies die Vorwürfe gegenüber Bild zurück: "Steinbrücks sind nicht erpressbar. Und lassen sich auch nicht erpressen." Sie selbst sei 1999 durch ihren Beruf und den Umzug von Kiel nach Bonn stark belastet gewesen. Daher habe ihre ebenfalls in Bonn lebende Mutter der Familie "zum Einzug geschenkt, dass ihre Putzhilfe für ein halbes Jahr einmal in der Woche bei uns sauber machen sollte", wird Getrud Steinbrück von dem Blatt zitiert. Die Philippinerin sei mit einem Gärtner der philippinischen Botschaft verheiratet und dort auch versichert gewesen.

Getrud Steinbrück weist alle Vorwürfe zurück

Bild zitierte Gertrud Steinbrück mit den Worten: "Ich zahlte sie für die bei mir abgeleisteten Stunden aus und rechnete das jeweils mit meiner Mutter ab." Nach Ablauf des halben Jahres habe sie der Frau selbst einen Arbeitsvertrag angeboten. Das habe diese aber abgelehnt, weil ihr Mann beim Botschaftsumzug nach Berlin seinen Job verloren und die Familie damit den Aufenthaltsstatus verloren habe. Deshalb habe sie nur schwarz arbeiten können.

Da habe Gertrud Steinbrück der Frau sagen müssen, "dass ich sie natürlich nicht schwarz beschäftigen kann". Der Erpressungsversuch sei infam und mache sie fassungslos.

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Leserkommentare
  1. sehe ich auch so. wer weiß, vielleicht steckt ja auch ein spd-sympathisant hinter der ganzen geschichte, der steinbrück durch eine opferrolle einen vorteil im wahlkampf verschaffen will.

    irgendwie muss man ja auf sich aufmerksam machen. so wie frau nahles, die im bundestag kinderlieder singt, allerdings grottenschlecht.

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    die SPD versucht sich halt nach vorne schreiben zu lassen.
    Jetzt Steinbrück noch als Unschuldlslamm darstelln zu können.
    Es wäre ja nicht das erste Beispiel von "Wasser predigen ,Wein trinkeN"
    im Wahlprogramm der SPD bzw. im Handeln von diesem Hernn Steinbrück

    Es reicht ja nicht hier sich als Opfer zu stilisieren:

    die Jusos hetzten unrechtmäßig und geschmacklos gegen Merkel mit ihrem Hoeneßplakat.
    Eine PArtei ,die gegen die erst gegen die "bösen Reichen " hetzt und einen Vortragsmillionär aus Kommunenkassen beschäftigt ,ist schon recht unglaubwürdig.
    Dann noch gegen Steuerhinterziehung wettern und selbst schwarz beschäftigen bzw .unangemeldet , ist natürlich die Krönung.

    Neben den Grünen ,die durch die Diskrepanz zwischen ihrem Wahlanspruch und der Lebenswelt ihrer Mitglieder , Glaubwürdigkeitsprobleme haben
    ( Fleischhauer "Dünkel gegen den kleinen Mann"),. sieht man nun auch in der SPD das "Wasser predigen, Wein trinken"

    Die Jusos sollten bitte ihr Plakat wieder abhängen. DAs ist unlauter und geschmackloser Wahlkampf.
    ebenso die Angriffe auf gewisse Parteien in Göttingen,die man sofort diffamiert.

    • Ron888
    • 07. September 2013 17:14 Uhr

    Steinbrück lässt schwarz arbeiten. Irgendein Journalist stochert in der alten Geschichte rum und es wird schnell klar, dass bald die Öffentlichkeit von der Schwarzarbeit erfährt. Dies wäre das endgültige Aus des Kanzlerkandidaten. Also versucht man sich in Schadensbegrenzung und konstruiert eine Erpressung mit einem anonymen Brief, durch den das Fehlverhalten überlagert wird und Steinbrück den Schutz der Opferrolle einbringt.

    Hier zwei historische Beispiele:

    CDU will NRW-Staatssekretärin Kaykin (SPD) zum Rücktritt zwingen (2012)
    ...die Staatssekretärin sei untragbar geworden, weil sie in ihrer früheren Funktion als Geschäftsführerin der Begegnungsstätte der Moschee in Duisburg-Marxloh für Sozialbetrug und eine schwarze Kasse verantwortlich gewesen sei. Das Nichtabführen von Sozialabgaben sei „kein Kavaliersdelikt“. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) dürfe nicht länger an Staatssekretärin Kaykin festhalten.

    DER SPIEGEL - 10.05.1999
    Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke kommt wegen Schwarzarbeiten auf seinem Hof in Erklärungsnot - aus einer Dorfposse wird eine Polit-Affäre.

    Entfernt. Bitte sehen Sie von unhaltbaren Unterstellungen ab und bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/ca

    .
    Ich glaube nicht, dass das Herrn Steinbrück nutzen wird. Im Gegenteil.

    Zitat Frau Steinbrück: „Ich zahlte sie für die bei mir abgeleisteten Stunden aus und rechnete das jeweils mit meiner Mutter ab“.

    Für mich hört sich das sehr wohl nach Schwarzarbeit an, sonst hätte sie hinzugefügt, dass die Putzhilfe von ihrer Mutter ordnungsgemäß angemeldet wurde.

    Das haben wir gerade gern: Die Kavallerie auf Steuersünder hetzen, soziale Gerechtigkeit predigen aber selbst schwarz beschäftigen.

    Übrigens: Der Schaden durch Schwarzarbeit ist mindestens fünf mal höher als der durch Steuerhinterziehung.

    @ökosozialer Widerspruch: Sie haben leider recht. Wenn ROT-ROT-GRÜN drankommt, gehen Unternehmen weg. Ich gehöre auch dazu. Gibraltar. 10% Steuern. Die zahle ich gerne, aber keine linksgrüne Vermögensabgabe.

    Wenn es für Schwarz-Gelb nicht reicht, kann es zu ROT-ROT-GRÜN kommen. Die SPD nennt den Plan "R2G". Einfach mal googlen. Hannelore Kraft, NRW-Ministerpräsidentin und stellv. Bundesvorsitzende, sagte am 21.7.2013 bei WDR-Westpol: "Wir machen keine Ausschließeritis".

    Ich habe Angst um dieses Land.

    ... eine Bereicherung.

    "wer weiß, vielleicht steckt ja auch ein spd-sympathisant hinter der ganzen geschichte, der steinbrück durch eine opferrolle einen vorteil im wahlkampf verschaffen will."

    Auf Sowas muß man erstmal kommen :-)
    Ich tippe mal auf Folgendes: Für die geifernden Steinbrück- und SPD-Hasser mit den blutunterlaufenen Augen, die armen Säue, die sich auch nach der 48. Sperrung immer wieder neue email-Adressen besorgen, nur um sich bei ZO anmelden zu können, um beim nächstbesten Artikel ihre immergleichen Tiraden mittels copy&paste vom Stapel zu lassen, wird diese "Affäre" natürlich Wasser auf die Mühlen sein.

    Die noch unentschlossenen Wechselwähler aber werden den Braten riechen und sich schon die Frage stellen, warum so etwas ausgerechnet jetzt an die Öffentlichkeit getragen wird und ob das wirklich eine adäquate Art der Auseinandersetzung ist.

    Insofern könnte es schon stimmen, daß dieser plumpe Diffamierungsversuch der politischen Täterseite postwendend um die Ohren fliegt und Herrn Steinbrück eher nützt als schadet. Zu wünschen wäre es ihm...

    ...aber Ihre doppeltgewendelte Verschwörungstheorie glauben Sie doch selbst nicht, oder? Dann hätte ja auch die AfD die "linken Schläger" in Bremen selbst angeheuert, um sich in die Schlagzeilen zu bringen :-)

  2. Der Erpressungsversuch ist selbstredend zu verurteilen. Doch was ist an den Vorwürfen tatsächlich dran? Gibt es überprüfbare Beweise für Steinbrücks Darstellung? Die Steinbrücks wären ja nicht die ersten, die eine Haushaltshilfe "schwarz" beschäftigen. Die Wulff-gestählte Medienmeute könnte da ruhig mal ein wenig Aufklärung betreiben und ihn da nicht mit so billig mit seiner halbseidenen Erklärung vom Haken lassen.

    9 Leserempfehlungen
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    Aus dem Spiegel:

    "Die Philippinerin hat heute eine Aufenthaltsgenehmigung und lebt immer noch in Bonn. Sie bestätigte die Version der Steinbrücks: 'Ich bin der Familie sehr dankbar; sie hat mich damals unterstützt.'"

    [http://www.spiegel.de/pol...

    Irgendwo ist allerdings auch die Grenze des lächerlichen erreicht, das war eigentlich schon als sich die Zeitungen darüber aufgeregt haben, dass der Mann der Kanzler werden will nicht gerne den Aldi Weinn aus dem Tetra Pack trinkt.

    Vor 14 Jahren, ... Mein Gott.

    "Doch was ist an den Vorwürfen tatsächlich dran?"
    ja das wäre interessant zu wissen, fast so interessant wie das Bobby Car von den Wulfs.

    Merkwürdig dass man von einigen Politikern so viel Privates erfährt und von anderen rein überhaupt nichts.

    a) scheint es für Sie bereits erwiesen zu sein, daß an den "Vorwürfen" etwas dran sei. Vielleicht haben Sie die Nachricht auch nicht genau genug gelesen: Nicht irgendjemand Konkretes äußert begründeten Verdacht, sondern ein dubioser anonymer Erpresser!

    b) scheint es Sie nicht die Bohne zu interessieren, wer hinter diesen merkwürdigen Vorwürfen steckt. Hier würde ich für angebracht halten: "Journalistische Aufklärung bitte!"

    c) scheint das Ausleihen einer Putzhilfe für Sie ein schlimmeres Delikt zu sein als Erpressung. Irgandwas scheint an Ihren Wertekoordinaten durcheinander geraten zu sein, wenn Sie sich über die (eventuelle!) Lapalie aufregen und eine Straftat wie Erpressung als Kavaliersdelikt betrachten. Statt "Der Erpressungsversuch ist selbstredend zu verurteilen. Doch was ist an den Vorwürfen tatsächlich dran?" wäre es eher angebracht zu formulieren: "Eine Putzhilfe für einen Tag auszuleihen, ohne das bei der Steuererklärung anzugeben, wäre selbstredend nicht ganz sauber. Doch wer steckt hinter diesen Angriffen auf Steinbrück?"

    d) "Gibt es überprüfbare Beweise für Steinbrücks Darstellung?" - selsames Rechtstaatverständnis! Hierzulande liegt die Beweislast immer noch beim Beschuldiger, nicht beim Beschuldigten. Mit gutem Grund, denn eine Unschuld zu beweisen, ist nahezu unmöglich. Aber das wissen Sie vermutlich auch.

  3. Was hat der Erpresser denn da geraucht gehabt? Eine reichlich groteske Erpressung.

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  4. Aus dem Spiegel:

    "Die Philippinerin hat heute eine Aufenthaltsgenehmigung und lebt immer noch in Bonn. Sie bestätigte die Version der Steinbrücks: 'Ich bin der Familie sehr dankbar; sie hat mich damals unterstützt.'"

    [http://www.spiegel.de/pol...

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    [Zitat: ". ehemalige Putzhilfe bestätigt Gertrud Steinbrück
    Aus dem Spiegel:
    "Die Philippinerin hat heute eine Aufenthaltsgenehmigung und lebt immer noch in Bonn. Sie bestätigte die Version der Steinbrücks: 'Ich bin der Familie sehr dankbar; sie hat mich damals unterstützt.'"
    [http://www.spiegel.de/pol..."]

    Also bitte, die Aussage der Putzhilfe räumt den Vorwurf ja wohl nicht aus. Wenn bei mir ein schwarz arbeitender Handwerker erwischt würde, was würden er und ich wohl übereinstimmend behaupten?

    Wenn Steinbrück die bei ihm abgeleisteten Stunden ausbezahlt hat, dann wird es doch Belege zu den Überweisungen oder zur steuerlichen Berücksichtigung geben. Dann wäre ja auch alles gut.

    ...glauben Sie die Einvernehmlichkeit zwischen Schwarzarbeiter und Arbeitgeber ändert etwas am Unrechtsgehalt ?

    Schwarzarbeit ist sozial schädlich, etwa so wie Steuerhinterziehung.

    Vor kurzem war es Sonderthema bei zdf.volle kanne

    "Top-Thema | 24.05.2013
    Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt
    Bei Anklage drohen harte Strafen
    Über Mundpropaganda werden schwarzarbeitende Putzhilfen oder Gärtner offen gehandelt. Denn der ein oder andere möchte sich gerne nach Feierabend noch etwas dazu verdienen. Aber Vorsicht! Dies ist nicht nur für Steuer- und Sozialsysteme ärgerlich, es ist auch strafbar und kann weitreichende Folgen haben - sowohl für die Arbeitskräfte als auch für die Arbeitgeber."

    "Oooohhh, der Steinbrück und seine Frau! Soooo toll! Sooo menschlich! Ich bin sooo dankbar!"

    Was kommt als nächstes? Merkel hat mal ein Kind aus Afrika adoptiert gehabt und das taucht auf einmal wieder auf und ist auch sooo unendlich dankbar, dass Mutti es vor blutrünstigen Söldnern gerettet hat?

    • sulla.J
    • 07. September 2013 15:53 Uhr

    Es wird wirklich alles versucht, diesem Mann zu schaden

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    Besonders von ihm selbst. Da muss man also nicht nachhelfen.

    • rowa123
    • 07. September 2013 21:06 Uhr

    ... die früher sich in Bauchpinselungen für die SPD hart ins Zeug gelegt haben.
    Der 22. September bringt ihnen dann auch die selbstverfertigte Bescherung. ZEIT mit dabei, versteht sich.

    • rowa123
    • 07. September 2013 21:06 Uhr

    Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/ca

    • Anna L.
    • 07. September 2013 15:53 Uhr

    Die Steinbrücks...

    Arme Leute, die es sich nicht leisten können, eine normale Haushalts/Putzhilfe anzustellen und darum sich eine - zeitweise - von Mama schenken lassen müssen.
    Ist ja wie bei Wulffs, da spielte auch die Mama eine gewichtige Rolle, als es plötzlich darum ging, wo das Bargeld herkam, mit dem Wullf selbst bezahlt haben wollte.

    Wo alles geregelt zugeht, findet kein *Erpresser* einen Aufhänger. Wo gemauschelt wird aber schon.

    Noch knapp zwei Wochen, dann ist der Wahlzirkus vorbei und man wird nicht mehr mit den kleinen und großen Unzulänglichkeiten der *Elite* belästigt.

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    • Kelhim
    • 07. September 2013 15:57 Uhr

    Im Zweifel haben die Steinbrücks der Frau nicht mit Schwarzarbeit, sondern mit einer Summe Geld geholfen. Die Frau lebt immer noch in Bonn, der Tochter geht es vermutlich auch gut. Happy End.

    Aber welches Pferd hat den Erpresser geritten, überhaupt so einen Versuch zu wagen? Was hat er denn geglaubt, was dabei herumkommt?

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    • NGC1672
    • 07. September 2013 17:28 Uhr

    ja noch zu feige sich selbst hinzustellen -mit Namen und Anschrift. Wirklich sehr schade.

  5. 8. Zusatz

    „Die Staatsanwaltschaft Bonn und die Bonner Polizei ermitteln wegen des Verdachts der Nötigung gegen unbekannt“, sagte ein Sprecher der Bonner Polizei.

    Liebe Zeit den Schlusssatz der dpa Meldung hättet ihr auch noch bringen können.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, ds, wif
  • Schlagworte Peer Steinbrück | Sigmar Gabriel | Anzeige | Arbeitsvertrag | Bild-Zeitung | Familie
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