TV-DuellSieg ohne Wert

Viele gaben Peer Steinbrück vor dem TV-Duell mit Angela Merkel keine Chance. Der SPD-Kandidat hat sie gut genutzt, doch zum Wahlsieg wird es kaum reichen. Ein Kommentar von 

TV-Duell von Bundeskanzlerin Merkel und dem SPD-Spitzenkandidaten Steinbrück

TV-Duell von Bundeskanzlerin Merkel und dem SPD-Spitzenkandidaten Steinbrück  |  © Hannibal Hanschke/dpa

Peer Steinbrück hätte allen Grund gehabt, schlecht gelaunt im TV-Duell zu erscheinen. Zahllos und allgegenwärtig waren die Abgesänge auf den SPD-Kandidaten vor dem einzigen direkten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten. Wieder und wieder wurden ihm seine Anfangspannen im Wahlkampf vorgehalten, die schlechten Umfragewerte der SPD, seine vermeintliche Inkompatibilität zum Programm seiner Partei.

Tatsächlich begann Steinbrück ernst und sehr verhalten. Er zählte seine bekannten Kritikpunkte an der schwarz-gelben Regierung auf: ein wachsender Niedriglohnsektor, Missbrauch der Leiharbeit, Missstände in der Pflege, eine trotz hoher Steuereinnahmen zunehmende Verschuldung, eine verfehlte Euro-Krisenpolitik. Fazit: Deutschland brauche eine Regierung, "die geführt wird" – von ihm. Als er das Wort "Kanzler" für sich in Anspruch nahm, huschte das erste Mal ein Lächeln über sein Gesicht.

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Merkel blieb ebenfalls lange bei ihrer gewohnten Argumentation: Deutschland stehe besser da als vor vier Jahren, die Beschäftigung sei so hoch wie noch nie, den Haushalt habe Schwarz-Gelb konsolidiert, dies alles dürfe man durch von Rot-Grün geplante Steuererhöhungen nicht gefährden. Ihr Fazit: "Es geht aufwärts, aber die Arbeit ist noch nicht zu Ende." Deshalb werde und müsse Schwarz-Gelb nach dem 22. September weitermachen. Da habe sie das "allergrößte Vertrauen".

Wer aber gedacht hatte, dass es bei einem Austausch allgemeiner, bekannter Positionen bliebe, erlebte bald einige zum Teil recht giftige Kontroversen. Steinbrück gelang es sogar, Merkel an einigen Stellen zu konkreten Aussagen zu bewegen. Etwa als sie versicherte: "Eine Pkw-Maut wird es mit mir nicht geben." Sie stellte sich damit gegen eine Forderung von CSU-Chef Horst Seehofer, der eine solche Abgabe sogar zur Bedingung für einen Koalitionsvertrag erklärt hatte.

Da wird er doch zornig

Klare Unterschiede gab es auch in der Euro-Politik. Während Merkel auf die Frage nach dem von ihrem Finanzminister Wolfgang Schäuble in Aussicht gestellten dritten Hilfsprogramm für Griechenland lediglich ausweichend antwortete ("Es kann sein, dass es ein weiteres Hilfspaket geben wird"), legte sich der ehemalige Finanzminister Steinbrück fest. "Das wird uns etwas kosten", prophezeite er – eine im Wahlkampf nicht gerade populäre Position. Scharf wies er zudem den Vorwurf der Kanzlerin zurück, die SPD sei "europapolitisch unzuverlässig". Seine Partei habe doch trotz aller Kritik an mangelnden Wachstumsprogrammen für die Euro-Krisenländer allen Hilfspaketen zugestimmt – aus "europapolitischer Verantwortung". Da war der SPD-Mann dann doch zornig.

Ludwig Greven
Ludwig Greven

ist Politik-Redakteur bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Aber es blieb das einzige Mal. Denn Steinbrück gab in dem TV-Duell, anders als sonst oft von ihm gewohnt, nicht den arroganten Besserwisser. Stattdessen konfrontierte er Merkel gut vorbereitet und mit vielen Zahlen unterlegt mehrfach mit Versäumnissen ihrer Regierung, bei den Mindestlöhnen beispielsweise, bei der Pflege, der Energiewende. Er tat dies aber nicht aggressiv, sondern mit großer Emphase, so auch, als es um den NSA-Skandal ging. Unter ihm, so Steinbrück, hätte es dieses Merkelsche Abwarten nicht gegeben.

Die CDU-Vorsitzende, die ihrer Sache vorher offensichtlich sehr, wenn nicht zu sicher gewesen war, reagierte an manchen Stellen konsterniert, bisweilen bissig. Den zunehmend munterer vorgetragenen Angriffen ihres Gegners hatte sie sprachlich wie erwartet wenig entgegenzusetzen. Wie es denn mit dem Datenschutz sei bei E-Mails, die meist über die USA geleitet würden, ob die nicht alle mitgelesen würden, wurde sie etwa gefragt. "Kann sein, ich weiß es nicht", gab sie patzig zurück.

Steinbrück fehlt die Machtperspektive

Steinbrück gelang es, den Eindruck zu erwecken, dass da ein Mann stand, der dieses Land regieren kann – vielleicht sogar besser als die jetzige Kanzlerin. Sein Dilemma aber blieb, dass er die Reformagenda 2010, an der er nun energisch Korrekturen verlangt, einst mit ebensolcher Inbrunst mit vertreten hatte. Und dass die SPD die Euro-Krisenpolitik, die er erneut scharf kritisierte, im Bundestag mitgetragen hat.

Dazu kommt, dass ihm sein Parteichef Sigmar Gabriel am Wochenende wieder einmal in den Rücken gefallen war, indem er ein Stopp des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verlangte, sehr zum Ärger der Grünen. Steinbrück konnte sich dazu nur ausweichend äußern. Mehr noch als diese wiederholten Differenzen in der SPD-Spitze aber ist und bleibt sein größtes Problem, dass er keine klare Machtperspektive anzubieten hat. Er wiederholte sein Nein zu seiner Beteiligung an einer Großen Koalition, ebenso wie seine Absage an ein rot-grün-rotes Bündnis. Wie aber will er  Kanzler werden und all das umsetzen, was er auch an diesem Abend ankündigte, wenn es für Rot-Grün nach den Umfragen bei Weitem nicht reichen wird? Darauf blieb er die Antwort schuldig.

Da half es Steinbrück auch nichts, dass er in seinem Schluss-Statement darauf verwies, dass er vor 44 Jahren voller Überzeugung in einer Zeit des Wandels in die SPD eingetreten sei, und dass Deutschland jetzt erneut einen solchen "Aufbruch" brauche. Mit ihm an der Regierungsspitze jedenfalls wird es den wohl nicht geben.

Merkel begnügte sich am Ende mit ihrem Ein-Personen-Programm: "Sie kennen mich", sagte sie an die Wähler gewandt. Soll heißen: Vertrauen Sie mir, dann wird es Deutschland weiter gut gehen. Und zur Not, wenn es für Schwarz-Gelb doch nicht reicht, ließ sie eindeutige Sympathien für eine Neuauflage der Großen Koalition erkennen.

Trotz allen Werbens des Moderators Stefan Raab ließ sich Steinbrück aber darauf nicht ein. "Ich bin in das Gewinnen verliebt", hielt er tapfer dagegen. Es klang durchaus überzeugt. Aber auch nach einer Hoffnung gegen alle Wahrscheinlichkeit.

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Leserkommentare
    • mabasa
    • 02. September 2013 0:49 Uhr

    Glückwunsch zur tausendsten selbsterfüllenden Prophezeiung - [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unhaltbare Unterstellungen. Danke, die Redaktion/sam

    23 Leserempfehlungen
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    • torrez
    • 02. September 2013 2:07 Uhr

    ...beim Studieren der Artikel zum Thema TV Duell und im Rückblick auf die Berichterstattung der vergangenen Wochen fällt mir auf, das fast alle Medien Bundestagswahl als schon gelaufen darstellen.
    Ich finde das ist einer unabhängigen Presse nicht würdig.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unterstellende Äußerungen. Danke, die Redaktion/sam

    >> Glückwunsch zur tausendsten selbsterfüllenden Prophezeiung - [...]<<

    ...hat Frau Caspari gestern mal wieder den Vogel abgeschossen:

    "01.09.2013 21:14Lisa Caspari
    Steinbrück möchte nicht darauf antworten, ob Politiker in diesem Land gut bezahlt sind. Seine Vorsicht in allen Ehren, aber da sah er gerade etwas hilflos aus."

    Und das kommt genau von der Dame, die Steinbrück schon im Januar kurzerhand ein ganzes Bündel an Aussagen in den Mund gelegt hat, die er nie gesagt hat und ihn dann aufgrund ihrer eigenen Behauptungen für unwählbar erklärt hat:

    "Wer behauptet, dass man von diesem Geld nicht sehr gut und sehr sorgenfrei leben kann, dass man sich kein großes Haus und kein schönes Auto, keine Urlaube in sehr guten Hotels, und kein qualitativ hochwertiges Essen leisten kann, wer das behauptet, der hat jegliches Maß verloren."
    http://www.zeit.de/politi...

    Nichts davon hat Steinbrück damals gesagt - aber das macht ja nichts, dafür gibt es ja Wortverdreher wie Frau Caspari. Die dann folgerichtig auch direkt nach dem Duell feststellt:

    "Bilanz Merkel: Sie hat die Erwartungen voll erfüllt."

    Gekürzt. Sie beziehen sich auf einen inzwischen gekürzten Kommentar. Die Redaktion/sam

    • NGC1672
    • 02. September 2013 9:36 Uhr

    Zeit muss ja ihre Lieblingskanzlerin schützen, allen voran wer wohl? Richtig L. G.

    Alleine Schwarz-Gelb zu verhindern ist bereits ein Wahlsieg, die Regierung ist dann am Ende.

    Übrigens eine kleine Prophezeiung meinerseits: Eine "Großen Koalition" wird es so oder so nicht geben, auch wenn Sie sie dauernd versuchen herbei zu schreiben!

    Zum Duell:
    Steinbrück war mit weitem Abstand besser, als diese Chef-Phrasendrescherin, die sich Kanzlerin nennt.

    "Sie kennen mich" -"Ich schwätze viel und leiste gar nichts."

  1. Langweiliges Bla ohne jeglichen (Mehr)Wert. Schade um die Sendezeit! War allerdings auch nicht anders zu erwarten...

    12 Leserempfehlungen
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    .
    Der Mehrwert besteht für mich darin, dass sich die Umfragen hoffentlich zementieren und Schwarz-Gelb gewählt wird.

    Ansonsten droht "r2g". Dieses Kürzel steht für rot-rot-grün und ist ein inoffizieller SPD-Plan. Demnach wird Gabriel zunächst Vizekanzler um dann die große Koalition bei nächster Gelegenheit platzen zu lassen.

    Dann wird er oder Hannelore Kraft Kanzler(in) einer Linksfront.

    Kaum zu glauben? Einfach "r2g" googlen.

    Ich habe Angst.

    • Jojas
    • 03. September 2013 0:39 Uhr

    Ich fand's lustig oder zumindest traurig. "Schade um die Sendezeit" war es jedenfalls allemal nicht. Es sei denn, man vergleicht es mit "Parks and Recreation" in Dauerschleife auf allen Sendern zu jeder Uhrzeit. Dann natürlich schon.

  2. Ludwig Greven schreibt:

    "Wie aber will er dann Kanzler werden und all das umsetzen, was er auch an diesem Abend ankündigte, wenn es für Rot-Grün nach den Umfragen bei Weitem nicht reichen wird? Darauf blieb er die Antwort schuldig."

    Wie er wohl darauf gekommen ist, dieser Fuchs! Und dann noch diese mehr als simple Erkenntnis zum Aufhänger des Artikels zu machen. Herr Greven: Die Umfrageergebnisse für die beiden Kandidaten resp. deren Parteien sind der Wählerschaft seit Langem hinlänglich bekannt. Dass ein TV-Duell daran auch nichts ändern wird, wusste sogar der gute Herr Steinbrück. Insofern kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wenn Sie hier bei allen Beteiligten offene Türen einrennen...

    17 Leserempfehlungen
    • heyhoho
    • 02. September 2013 1:05 Uhr

    Immerhin hat die Merkel diesmal nicht schon wieder alte Reden von US-Präsidenten geklaut... ^^ siehe video:

    http://www.youtube.com/wa...

    7 Leserempfehlungen
    • autist
    • 02. September 2013 1:06 Uhr

    jede sommerliche Tomatenschlacht in Spanien ist gehaltsreicher.

    Die Frage danach ist nicht, ob Merkel oder Steinbrück das Duell gewonnen haben, sondern wieviele sich sagen: "weder die eine noch den anderen."

    Und dabei würde es wahlprognostisch langsam erst spannend.

    7 Leserempfehlungen
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    ... ganz sicher nicht um " Wer kann die größte Show" sondern um Inhalte. Wer das sucht sollte sich eine Greencard besorgen!

    • gorgo
    • 02. September 2013 8:31 Uhr

    Sie schreiben: " Blutleer und zahnlos: ein Duell in "alternder Gesellschaft" eben"

    Ach Du je, als Angehörige/r jetzt junger Generationen würde ich nun wirklich ausgesprochen zurückhaltend sein mit "blutleer und zahnlos" - zumal, wenn einem zur Politik nicht mehr also so ein genialer Kommentar einfällt...

    Mir scheint die Hinnahme des "Duells" eher Zeichen einer insgesamt ziemlich verwöhnten und egozentrischen, sprich unengagierten Gesellschaft (Was übrigens schon Mal anders war, noch gar nicht so lange her...):

    Wenn man nix tut außer Konsumieren und Meckern, dann kommen halt die Merkels und Steinbrücks an die Macht - und Konsumieren und Meckern ist ja nun alles andere als eine Altersfrage in Deutschland ...

    Fröhlicher Opa (und meine Zähne habe ich immer griffbereit...)!

    Wenn so ein TV-Duell der Kanzlerkandidaten die Umfragewerte verändern kann, mitunter sogar den Wahlausgang beeinflussen, warum stehen dann da nur zwei auf der Bühne? Warum erhalten die anderen Parteien keine Bühne im Wahlkampf? Warum kann es nicht mehr als nur ein solches Gespräch im Fernsehen geben?

  3. Ich favorisiere weder Merkel noch Steinbrück, aber der Artikel wertet sehr einseitig:

    ,,Steinbrück gelang es sogar, Merkel an einigen Stellen zu konkreten Aussagen zu bewegen. Etwa als sie versicherte: "Eine Pkw-Maut wird es mit mir nicht geben.""

    Unerwähnt bleibt, dass Steinbrück selbst mit der Ankündigung, Pensionen zu streichen, konkret wurde, was Merkel sofort als Fehler erkannte und Polizisten, Lehrer usw. vor einer Regierung Steinbrück warnte.

    ,,Den zunehmend munterer vorgetragenen Angriffen ihres Gegners hatte sie sprachlich wie erwartet wenig entgegenzusetzen."

    Kann jawohl nicht Ihr Ernst sein. Steinbrück hatte im ersten Drittel einen gewaltigen Stock im Allerwertesten, sah (munter?) auf den Boden und setzte allzu häufig ein gequältes Lächeln auf, während Merkel ruhig und kontrolliert direkt mit den Moderatoren sprach.

    ,,Trotz allen Werbens des Moderators Stefan Raab ließ sich Steinbrück aber darauf nicht ein. "Ich bin in das Gewinnen verliebt", hielt er tapfer dagegen."

    Das flappsige Angebot Raabs war jetzt auch keine rhetorische Meisterleistung, die einen tapferen Konter nötig hatte...

    Man sollte schon ausgewogen urteilen.

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    • welll
    • 02. September 2013 2:29 Uhr

    "Unerwähnt bleibt, dass Steinbrück selbst mit der Ankündigung, Pensionen zu streichen, konkret wurde, was Merkel sofort als Fehler erkannte und Polizisten, Lehrer usw. vor einer Regierung Steinbrück warnte."

    Steinbrück sprach nicht davon Pensionen zu streichen, sondern von einer Schere, die im Verhältnis zur umlagefinanzierten Rente nicht zu weit auseinander gehen sollten, bzw. dass die Pensionen nicht überproportional steigen sollen.
    Er sagt absolut nichts von Streichen. Mal wieder auf Merkel reingefallen.

    • CIRCLE
    • 02. September 2013 6:52 Uhr

    Die Behauptung, dass Steinbrück angekündigt hätte, "Pensionen zu streichen" (Zitat Forist Jack Holmes), ist falsch. Nicht nur will er sie nicht streichen, er will sie auch nicht kürzen, auch wenn Merkel diesen Eindruck geschickt zu vermitteln wusste.

    Steinbrück sagte lediglich, dass die Pensionen nicht überproportional stärker steigen sollen, als die Renten steigen.

    ... das sich im Gegenzug die gesetzlich Rentenversicherten auch eine Meinung bilden. Das dürfte Merkelchen mehr schaden, wenn das Volk denken kann.

    ... ganz sicher nicht um " Wer kann die größte Show" sondern um Inhalte. Wer das sucht sollte sich eine Greencard besorgen!

    Merkel sprach überhaupt nicht ruhig MIT den Moderatoren.

    Sie hat auf Fragen oft genug nicht geantwortet, weil sie krampfhaft versucht hat, IHR Ding durchzuziehen. Steinbrück stand im Dialog mit den Moderatoren, es kam immer wieder zu kurzen, unverkrampften Dialogwechseln, während Merkel bissig an ihren Antworten geblieben ist.

    Merkel hat zeitlich völlig überzogen, dabei aber inhaltlich trotzdem deutlich weniger gesagt als Steinbrück. Der hat viele Fragen in ein, zwei Sätzen beantwortet, wenn das ausreichte, die Frage zu beantworten. Das inhaltsleere Geschwafel Merkels mit ihren Floskeln, die nun wirklich keiner mehr hören will. (Sollte man meinen, leider sind es zu viele, die sich immer noch einlullen lassen)

    • Paula48
    • 02. September 2013 8:35 Uhr

    Propaganda, da wird eine Aussage bewusst verdreht um einen Vorteil zu haben. Eigentlich einer seit 8 Jahren regierenden Kanzlerin unwürdig.

    • lxththf
    • 02. September 2013 1:09 Uhr

    etwas dreist. Die Wahl ist in ein paar Wochen, die letzten Landtagswahlen hat die CDU verloren und damit die Bundesratmehrheit verloren. Gegen die ganze Medienschelte ist alles offen und das Merkel ja ach so beliebt ist, entscheiden keine Umfragen über 1000 Leute, sondern die Wahl.
    Man sollte sich vielleicht irgendwann wieder auf den Journalismus besinnen

    46 Leserempfehlungen
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    Eigentlich reagiert die gesamte Presse auf groteske Weise. Wer diese ganzen Wahlomaten, Umfragen und Analysen zum Gewinn/Verlust eines "Duells" benötigt, um seine Wahlentscheidung zu treffen, dem ist wohl kaum zu helfen.
    Das ist ja fast wie in den Muppetlabors, wo die Zukunft von Morgen schon Heute gmacht wird. Und das ZDF zeigt dann Fieberkurven von Twittermeldungen. So ein SchXXX!!!
    Auch die Zeit diskutiert lieber die Wahlkampfleistungen diverser Protagonisten, anstatt eine kritische Bilanz der aktuellen Regierung zu liefern und diese mit den Forderungen und Thesen Herrn Steinbrücks abzugleichen. Stattdessen werden Platitüden über einzelne Sätze Herrn Steinbrücks verbreitet.

    nämlich eigene Recherche und das Überprüfen von Behauptungen und die sorgfältige Einordnung und Deutung von Politikeraussagen, würde ja Arbeit bedeuten.

    • Antigen
    • 02. September 2013 1:11 Uhr

    Frau Merkel hat wieder ihre üblichen Plattitüden und Allgemeinplätze in verquastem Deutsch vorgetragen. Darüber hinaus hat sie sich auch teilweise in Widersprüchen verstrickt. Auf der einen Seite behauptete sie, dass sie einen einheitlichen Mindestlohn ablehnen, auf der anderen Seite verkündete sie, dass ihre Regierung einen "Mindestlohn für Pflegefachkräfte" eingeführt hätte. Was denn nun?
    Es wurde sehr deutlich, dass diese Frau keine Idee, geschweige denn eine Vision von Deutschland oder Europa hat. Merkel-Deutschland ist Biedermeier-Deutschland, d.h. die Bürger sollen sich brav und ruhig darum kümmern ihr Geld zu mehren und keine Fragen stellen, während "die da oben" schon wissen was gut für alle ist. Steinbrück hat wenigstens versucht auf jede Frage eine möglichst präzise Antwort zu geben. Natürlich hatte er auch seine schwachen Seiten, aber im Großen und Ganzen wirkte er kompetenter. Insofern war das Duell doch für etwas gut, denn es hat den Deutschen einmal mehr gezeigt, welch schwache Führung das Land hat.

    58 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema und verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/jp

    wenn ich diese behauchten Nichts-Sagen von Merkel höre. Steinbrück ist gewiss nicht mein Favorit, aber er war um Längen besser, weil konkret. Dumm nur, dass ich nicht glaube, dass nach der Wahl viel davon umgesetzt würde, bzw. irgendetwas Entscheidendes in Richtung Rentenreform (Alle müssen einzahlen) Gesundheitsreform (Bürgerversicherung), Mieterpolitik, Steuerreform ohne Schlupflöcher, Finanzmarktregulierung unternommen würde. Die bisherigen Erfahrungen mit all den "bürgerlichen"
    (richtiger: Lobby-)Parteien sprechen dagegen.

    • kokko
    • 02. September 2013 11:24 Uhr

    "Auf der einen Seite behauptete sie, dass sie einen einheitlichen Mindestlohn ablehnen, auf der anderen Seite verkündete sie, dass ihre Regierung einen "Mindestlohn für Pflegefachkräfte" eingeführt hätte. Was denn nun?"

    einheitlicher Mindestlohn heißt hier glaube branchenübergreifend für alle

    mindestlohn für fachkräfte im gegensatz dazu ist nur lokal für eine branche ein bestimmter mindestlohn

    und da ist eben der unterschied. man kann punktuell in einzelnen branchen mindestlohn einführen ohne einen einheitlichen mindestlohn haben zu wollen (grade darum führt man ja punktuell ein - wäre ja sinnlos wenn man danach eh einen einheitlichen einführen würde)

    Natürlich geht es in einem TV-Duell nicht um die Erörterung komplexer Themen, sondern um die Frage, wer kompetenter und durchsetzungsfähiger rüber kommt. Und dabei wirkte Peer Steinbrück zu meiner Überraschung ein ums andere mal wie ein kleiner Schuljunge. Wenn er beleidigt nachfragte, warum Merkel ihn für europapolitisch unzuverlässig halte und sie ihn dann "tröstete" kam diese Dynamik am deutlichsten zum Vorschein.
    Genauso wie Steinbrück sich dann bemühte, sich loszustrampeln versuchen das hier die meisten Kommentatoren, doch leider wird das die im Duell zu Tage getretenen Realitäten eben nicht ändern.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Angela Merkel | SPD | Grüne | Sigmar Gabriel | Wolfgang Schäuble | Bundestag
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