Die Eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) hat einen Aufnahmestopp für ehemalige Mitglieder der rechtsgerichteten Partei Die Freiheit verhängt. "Die Regel ist jetzt, dass nicht aufgenommen wird", erklärte AfD-Bundessprecher Bernd Lucke. Dies gelte auch für Überläufer anderer, nicht konkret genannter Kleinparteien – "mit Ausnahme der FDP".

Lediglich in bestimmten Fällen, etwa wenn eine Mitgliedschaft schon länger zurückliege, sei eine Aufnahme noch möglich. Diesem Schritt müsse aber ein protokolliertes Einzelgespräch vorausgehen, außerdem sei die Zustimmung des Landesvorstands nötig.

Lucke verwies auf den Beschluss des Bundesvorstands der Partei, dem zufolge die Mitgliedschaft in der AfD unvereinbar mit ausländerfeindlichen, rassistischen, antisemitischen, islamfeindlichen, rechtsextremen und linksextremen Gesinnungen sei. Wenn die Betreffenden "eine islamophobe und latent fremdenfeindliche Einstellung haben, haben sie bei uns nichts verloren", sagte Lucke.    

Zuvor hatte der Bundesvorsitzende von Die Freiheit, René Stadtkewitz, in einem Schreiben an die Mitglieder der rechtspopulistischen Partei angekündigt, dass sämtliche Vorhaben auf Bundes- und Landesebene eingestellt würden. Nach den Ergebnissen der Bundestagswahl solle stattdessen die AfD "nach Kräften" unterstützt werden. Es müsse diejenige Partei die "optimalen Startbedingungen erhalten, die die größte Erfolgschance hat, Politik in unserem Sinne gestalten zu können". Die Ziele der AfD "decken sich zu min. 90% mit unseren", sagte Stadtkewitz.

Die AfD war bei der Bundestagswahl mit 4,7 Prozent knapp an der Fünfprozenthürde gescheitert. Jüngsten Umfragen zufolge liegt die Partei aktuell bei sechs Prozent und würde bei Neuwahlen in den Bundestag einziehen.