Mehrere ultrarechte Burschenschaften unterstützen die Alternative für Deutschland (AfD). So habe die Berliner Gothia schon vor der Bundestagswahl in sozialen Netzwerken für die euro-kritische Partei geworben, berichtet der Spiegel. Die Burschenschaft habe etwa die Forderung unterstützt, sich auf die Außenpolitik Bismarcks zurückzubesinnen und die AfD eine "wahrhafte Alternative" genannt.

Die AfD wehrt sich seit Gründung gegen den Vorwurf, eine rechtspopulistische Partei zu sein. Die jetzt öffentlich gewordene Verbindung zu den Burschenschaften passt nicht in dieses Bild. Die Gothia hatte zuletzt mit antisemitischen Kommentaren und einer Nazikunst-Ausstellung von sich reden gemacht.

Auch die Bonner Burschenschaft der Raczeks engagiert sich für die AfD. Sie verbreite etwa die Behauptung, dass die AfD wegen einer Verschwörung an der Fünfprozenthürde gescheitert sei, berichtet der Spiegel. Just als "eine Partei abseits des etablierten Kartells" fast in den Bundestag eingezogen wäre, habe es "urplötzlich" Probleme bei der Briefwahl gegeben – "so ein Zufall", schreibe die Burschenschaft auf ihrer Facebook-Seite.

Die Raczeks sind bekannt dafür, stramm rechts zu sein. So fordern sie die Einführung eines "Ariernachweises" für alle Burschenschaftler. Auch machen sie sich stark gegen Burschenschaften, die Mitglieder mit nicht deutschen Wurzeln zulassen.

AfD-Funktionär Gast bei Burschenschaft

Der Spiegel berichtet auch von einer Verbindung der AfD zu einer rechten Burschenschaft. Der Parteifunktionär Joachim Starbatty habe im Juni einen Vortrag bei den Marburger Rheinfranken gehalten. Starbatty war bei der Bundestagswahl AfD-Spitzenkandidat in Berlin, zudem ist er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Partei.

Die Rheinfranken laden gern auch rechtsradikale Redner ein. Zudem weigern sie sich seit Jahren, eine Erklärung zu unterschreiben, mit der Burschenschaftler sich zur demokratischen Grundordnung des Staates bekennen. Gegenüber dem Spiegel sagte Starbatty, er habe sich über die deutschtümelnde Verbindung nicht genauer informiert. Aber, so sagt er: "An dem Abend war von solchen Strömungen dort nichts zu spüren."