Die künftige FDP-Führung will aus den Ländern heraus den Neustart ihrer Partei schaffen. "Wir sind aus dem Bundestag ausgeschieden, aber nicht aus der deutschen Politik", sagte der designierte neue Parteichef Christian Lindner bei der Vorstellung seiner Kandidatin für das Amt der Generalsekretärin , der hessischen Kultusministerin Nicola Beer .

Die Liberalen seien stark in den Ländern. Dies könne daher ein sehr guter Weg sein, die FDP von dort heraus aufzubauen. "Ich glaube, dass der Neustart aus den Ländern kommen muss", sagte auch Beer. Dort sei die FDP bodenständig verankert.

Lindner verwies auf die insgesamt 104 Abgeordneten, mit denen die FDP noch in den Ländern und im EU-Parlament vertreten sei. Diese würden die Rolle der Bundestagsfraktion "während der Parlamentspause" übernehmen, bis eine "erneuerte FDP" 2017 auch wieder im Bund aktiv werden könne.

Lindner lobte Beer als "eine gewinnende, kompetente und durchsetzungsstarke Liberale". Eine ihrer wichtigsten Aufgaben werde sein, die Beteiligung in der Partei und den Dialog mit Parteibasis und Bürgern zu fördern. "Die FDP muss ohne Bundestagsfraktion zwingend eine Mitmachpartei werden", sagte Lindner.

Die FDP hatte bei der Bundestagswahl am 22. September erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik den Einzug in den Bundestag verpasst . Die Parteispitze um FDP-Chef Philipp Rösler hatte daraufhin ihren Rücktritt angekündigt.

Bildung und Chancengerechtigkeit

Die Liberalen müssten im Zuge ihres Neustarts wieder stärker herausstellen, dass sie sich um die Alltagsnöte der Menschen kümmerten, sagte Beer, die seit anderthalb Jahren Kultusministerin in Hessen ist. Sich selbst bezeichnete sie als "bodenständig genug, um bei den Menschen zu sein". Als wichtige Themen, derer sie sich als Generalsekretärin annehmen will, nannte die 43-Jährige eine "ideologiefreie Bildungspolitik" und Chancengerechtigkeit.

Als "Generalistin" sei sie in der Landespolitik mit vielen Themen vertraut, sagte Beer. "Wer im hessischen Landtag gestählt wurde, der kann sich auf das Berliner Parkett wagen." Sollte Beer auf dem FDP-Sonderparteitag im Dezember zur Nachfolgerin von Patrick Döring gewählt werden, würde sie das Amt der Generalsekretärin ehrenamtlich ausüben und ihr Landtagsmandat in Hessen behalten. Als hessische Kultusministerin dürfte die FDP-Politikerin nur im Amt bleiben, bis die Bildung einer neuen Landesregierung abgeschlossen ist.