Die Grünen setzen sich für die Aufnahme des Whistleblowers Edward Snowden in Deutschland ein. Der Geheimdienst-Experte der Partei, Hans-Christian Ströbele , forderte die Bundesregierung auf, Snowden "hier in Deutschland Asyl oder sogar Zeugenschutz anzubieten". Es müsse Kontakt zu dem Exgeheimdienstmitarbeiter aufgenommen werden – auch um weitere Informationen zur NSA-Spähaffäre zu bekommen, sagte Ströbele der ARD

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages (PKGr), Thomas Oppermann ( SPD ), sprach sich dafür aus, den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter als Zeugen zu hören. Im ZDF bescheinigte Oppermann Snowden eine "hohe Glaubwürdigkeit". 

Der US-Informant sei "ein offenkundig wertvoller Zeuge", sagte der SPD-Politiker, erst recht nach Bekanntwerden der möglichen Überwachung des Mobiltelefons von Bundeskanzlerin Merkel durch die USA . Oppermann stellte klar, Snowden solle nicht an die USA ausgeliefert werden, falls er nach Deutschland kommen sollte.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt verlangte, die mutmaßliche Ausspähung Angela Merkels Mobiltelefons im Bundestag zu thematisieren. Die Affäre müsse auch parlamentarisch ausgewertet werden, sagte Göring-Eckardt im Deutschlandfunk . "Ich möchte jetzt wissen, was ist tatsächlich passiert." Zudem müsse geklärt werden, was die deutschen Dienste darüber gewusst haben.

Snowden hat laut Geheimdienst Dokumente aus der militärischen Aufklärung

Auf Basis von Geheimdienst-Dokumenten, die möglicherweise in den Besitz von Snowden gelangt sind, könnte es zu weiteren Enthüllungen kommen. Darüber informierte das Büro des amerikanischen Geheimdienstdirektors (ODNI), James Clapper , westliche Diplomaten. Die Washington Post berichtete, Snowden habe Unterlagen mitgenommen, die Informationen über Spionageaktionen zum Beispiel gegen den Iran , Russland oder China mithilfe von Diensten anderer Länder enthielten. Darunter seien zum Teil auch Staaten, die nicht offiziell mit den USA verbündet sind.

In einem der Fälle gehe es zum Beispiel um eine Spionageaktion gegen Russland, die von einem Nato-Land aus laufe. "Wenn die Russen davon wüssten, wäre es für sie nicht schwer, dem ein Ende zu setzen", zitiert die Washington Post einen Geheimdienstmitarbeiter.

Snowden habe rund 30.000 Dokumente heruntergeladen, die Informationen aus der militärischen Aufklärung enthielten, hieß es unter Berufung auf US-Beamte. Sie gingen davon aus, dass er nicht alles davon mit Journalisten geteilt habe.