Frankreichs Expräsident Nicolas Sarkozy ist einem Gerichtsprozess wegen illegaler Wahlkampffinanzierung entgangen. Die Untersuchungsrichter ließen die Vorwürfe in der Korruptions- und Spendenaffäre um die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt fallen, hieß es unter Berufung auf die französische Justiz.

Die Richter hatten in der Bettencourt-Affäre im März ein Verfahren gegen Sarkozy eingeleitet. Die Ermittler verdächtigten ihn, die Demenzerkrankung der Milliardärin Bettencourt ausgenutzt zu haben, um an Geld für seinen Wahlkampf 2007 zu kommen. Sarkozy hatte alle Vorwürfe bestritten.

Die Staatsanwaltschaft hatte schon Ende Juni nach Abschluss der Ermittlungen gefordert, das Verfahren gegen Sarkozy aus Mangel an Beweisen einzustellen. Nun entschieden die Untersuchungsrichter, dass die Beweislage gegen Sarkozy für einen Strafprozess nicht ausreicht.

Eine offizielle Anklage hätte dem konservativen Politiker die Möglichkeit eines Comebacks verbauen können. Sarkozy hat sich eine Kandidatur bei den Wahlen 2017 offen gehalten.

Medienberichten zufolge sollen zehn weitere Beschuldigte wegen "Ausnutzung der Schwäche" der heute 90-jährigen Bettencourt angeklagt werden. Unter ihnen sei auch der frühere französische Haushaltsminister Eric Woerth.