In Hamburg haben laut Polizei rund 1.000 Menschen gegen die Flüchtlingspolitik des Senates protestiert. Sie trafen sich am Dienstagabend am Veranstaltungszentrum Rote Flora und zogen zum S-Bahnhof Sternschanze. Dabei hätten sie Polizisten mit Flaschen, Feuerwerkskörpern und Steinen beworfen, erklärte die Polizei. Sechs Beamte seien verletzt worden. Die Polizisten hätten den nicht angemeldeten Zug gestoppt und zerstreut. Rund 1.100 Polizisten waren im Einsatz. Der Tenor der Proteste sei gewesen:  "Ultimatum an den Hamburger Senat. Alle auf die Straße – Schluss mit der rassistischen Machtpolitik".

Kleingruppen seien in umliegende Straßen gezogen, erklärte die Polizei. Sie hätten dort immer wieder Pyrotechnik gezündet; Bauzäune und Paletten seien wurden auf die Straßen gezogen, Müllcontainer angezündet worden. Ein Streifenwagen sei auf dem Weg zu einem Einsatz aus einer Gruppe von 100 Personen angegriffen und beschädigt worden. Später hätten sich an der Sternschanze und im Stadtteil Eimsbüttel immer wieder Menschen versammelt. Teilweise seien Polizisten mit Holzlatten, Straßenschildern und zerbrochenen Gehweg-Platten beworfen worden.


Die Aktivisten kritisieren die Überprüfung und Registrierung von in Hamburg gestrandeten Lampedusa-Flüchtlingen durch Polizei und Ausländerbehörde. 

80 Flüchtlinge wurden von der Evangelischen Kirche in der St.-Pauli-Kirche an der Elbe untergebracht, die dem Stadtteil den Namen gegeben hat und die sich am Ende der Hafenstraße befindet. Die Polizei kontrolliert seit vergangener Woche die Flüchtlinge im Viertel immer wieder. Der Senat weigert sich bislang der Forderung nachzugeben, ihnen Container-Unterkünfte für den Winter zu stellen.