Bei seinem Besuch im Bundeskanzleramt hat der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit Angela Merkel (CDU) offenbar über die NSA-Affäre und ihre Auswirkungen auf das transatlantische Verhältnis gesprochen.

Merkel habe mit Guttenberg die Auswirkungen der Überwachungspraktiken der US-Geheimdienste und deren Folgen für die deutsch-amerikanischen Beziehungen thematisiert, berichtete die Bild-Zeitung. Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte das Treffen, wollte sich aber nicht zu Inhalten äußern.

Der ehemalige Verteidigungsminister Guttenberg arbeitet derzeit in Washington bei dem Think Tank Center for Strategic and International Studies. Auf der Internetseite Project Syndicate hatte der CSU-Politiker vor wenigen Tagen in einem Gastbeitrag geschrieben: "Im Fall des NSA-Skandals ist eine unmissverständliche Entschuldigung Obamas die einzige Lösung, um die Vergangenheit hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken."

2012 wurde Guttenberg zudem Berater der EU-Kommissarin Neelie Kroes. Er sollte sie dabei unterstützen, Internetaktivisten in autoritär regierten Ländern auf Dauer bei ihrer Arbeit zu helfen. Konkrete Projekte oder Ergebnisse wurden der breiteren Öffentlichkeit nicht bekannt.