Bei der schwierigen Regierungsbildung in Hessen zeichnet sich weiterhin keine rasche Entscheidung ab. SPD, Grüne und Linke beschlossen nach einem dritten Sondierungsgespräch, in der kommenden Woche erneut zusammenzukommen. Strittig zwischen den drei Parteien sind vor allem Finanzfragen und der Flughafen in Frankfurt am Main.

"Es gibt an einigen Stellen Konsens, an einigen Stellen müssen wir aber auch Dissens festhalten", sagte SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel. Umstritten ist zwischen den drei Parteien vor allem, wie das Haushaltsdefizit des Landes abgebaut und zusätzliche Maßnahmen finanziert werden können. Vor einem letzten, vierten Sondierungsgespräch am kommenden Donnerstag sollen sich Fachleute der Parteien mit den Finanzfragen befassen.

Neben den Gesprächen über ein rot-rot-grünes Bündnis laufen in Hessen auch Beratungen über eine Koalition aus CDU und SPD sowie ein schwarz-grünes Bündnis. SPD und Grüne streben zudem jeweils ein Gespräch mit der FDP über die politische Lage an. Schäfer-Gümbel und Al-Wazir kündigten an, bis Ende November Entscheidungen über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen zu treffen.

Bei der Landtagswahl am 22. September hatten weder die schwarz-gelbe Landesregierung unter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) noch SPD und Grüne zusammen eine eigene Mehrheit erreicht. Die Regierungsbildung ist extrem schwierig, weil es gegen alle möglichen Koalitionen große Vorbehalte in den Parteien gibt.

Der neue Landtag kommt in Hessen erst am 18. Januar zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Sollte bis dahin keine neue Koalition stehen, würde die derzeitige schwarz-gelbe Landesregierung geschäftsführend im Amt bleiben.