Die Interessenvertretungen von Schwulen und Lesben in Union und SPD haben ihre Parteiführungen gemeinsam aufgefordert, die Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit der Ehe zu vollenden. "Wir appellieren an die Verhandlungsführer in den Koalitionsverhandlungen, die Gleichstellung von Lebenspartnern endlich abschließend umzusetzen und sich nicht auf Formelkompromisse zurückzuziehen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Bundesvorsitzenden der Lesben und Schwulen in der Union (LSU), Alexander Vogt, und dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos), Ansgar Dittmar.

Die Arbeitsgruppe Familie hatte sich am Montag über dieses Thema zerstritten. Die Union lehnt eine volle Gleichstellung der Lebenspartnerschaften mit der Ehe ab. In Deutschland gibt es für schwule und lesbische Paare seit 2001 die Möglichkeit, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen. Das Bundesverfassungsgericht hatte mehrfach eine Gleichstellung mit der Ehe durchgesetzt – bei der Erbschaftssteuer, beim Grunderwerb, bei Betriebsrenten, beim Familienzuschlag für Beamte und beim Ehegattensplitting.

Beim Adoptionsrecht ist Schwulen und Lesben in eingetragenen Partnerschaften nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichts inzwischen die Sukzessiv-Adoption erlaubt. Das bedeutet, dass ein Partner das adoptierte Kind des anderen Partners annehmen darf. Gemeinsam dürfen homosexuelle Paare bislang Kinder nicht adoptieren.

"Gerade weil erwartet wird, dass große Koalitionen notwendige gesellschaftliche Reformen durchsetzen, ist auch die Gleichstellung endlich abzuschließen", heißt es in der Erklärung der LSU und der Schwusos.