Union und SPD wollen einem Medienbericht zufolge den Führerschein als Strafe auch bei Delikten wie Diebstahl einziehen. Darauf hätten sich die Parteien in den Koalitionsverhandlungen in der Arbeitsgruppe Inneres und Justiz geeinigt, berichtete die Zeitung Die Welt unter Berufung auf die schriftlich festgehaltene Vereinbarung. Darin heißt es: "Um eine Alternative zur Freiheitsstrafe und eine Sanktion bei Personen zu schaffen, für die eine Geldstrafe kein fühlbares Übel darstellt, werden wir das Fahrverbot als eigenständige Sanktion im Erwachsenen- und Jugendstrafrecht einführen."

Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende, Günter Krings (CDU), sagte der Zeitung: "Wir wollen den Instrumentenkasten der strafrechtlichen Sanktionen erweitern, um flexibler auf einzelne Täter einzugehen."

Fahrverbote sind bislang nur als Strafe bei Verkehrsdelikten erlaubt, nicht bei Delikten ohne Bezug zum Straßenverkehr. Der Führerscheinentzug als eine der Hauptstrafen müsste durch ein Bundesgesetz eingeführt werden, was in der Vergangenheit mehrfach scheiterte. Im April 2008 hatte der Bundesrat ein solches Gesetz beim Bundestag eingebracht, wegen des Endes der Legislaturperiode wurde es aber nicht abschließend behandelt. Im Sommer 2010 unternahmen Justizminister der Länder einen weiteren Versuch.

Die Befürworter eines Fahrverbots bei Delikten wie Diebstahl halten diese Sanktion gerade im Jugendstrafrecht für wirkungsvoll, da vielen Heranwachsenden ihr Auto oder Motorrad sehr wichtig sei. Kritiker argumentieren, eine solche Regelung sei aus Gründen der Gleichbehandlung juristisch problematisch – schließlich könne nur mit einem Fahrverbot belegt werden, der einen Führerschein hat. Wer kein Auto fahre, komme mit einer Geldstrafe womöglich milder davon oder aber müsse tendenziell häufiger mit einem Freiheitsentzug rechnen.