Das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministeriums bewertet die Forschung zu militärischen Zwecken an Universitäten grundsätzlich kritisch. "Wir fördern und fordern diese Art von Forschung nicht", sagte ein Ministeriumssprecher.  

Das Düsseldorfer Ministerium habe keine Kenntnis über eine mögliche Zusammenarbeit von Hochschulen mit dem US-Verteidigungsministerium. Die Hochschulen müssten solche Kooperationen nicht anmelden.

Das US-Verteidigungsministerium zahlte nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung seit 2000 an mindestens 22 deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen, darunter drei Universitäten in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt sollen deutsche Forschungsstätten Mittel des Pentagon in Höhe von zusammen 1,1 Millionen US-Dollar erhalten haben. 

Verbesserung von Drohnen und Munition

Unter anderem erhielt demnach die Universität Marburg Geld aus den USA zur Verbesserung von Drohnen und präzisionsgelenkter Munition. Das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik forschte der Recherche zufolge an neuartigen Sprengköpfen.

Das NRW-Wissenschaftsministerium verwies auf das geplante Hochschulzukunftsgesetz des Landes. Im Entwurf ist die Einführung einer Zivilklausel für Universitäten vorgesehen. "Die Hochschulen entwickeln ihren Beitrag zu einer nachhaltigen und friedlichen Welt. Sie sind friedlichen Zielen verpflichtet", heißt es darin.

Zudem sollen Hochschulen erstmals verpflichtet werden, über Forschungsmittel Rechenschaft abzulegen, die sie von Dritten bekommen, etwa von Unternehmen, Stiftungen oder der Europäischen Union.