Union und SPD haben sich darauf verständigt, in ihren Verhandlungen vorerst noch nicht die Besetzung der Ministerien in der künftigen Regierung vorzunehmen. Wie am Dienstagabend aus Verhandlungskreisen in Berlin verlautete, soll zunächst der SPD-Mitgliederentscheid über den Koalitionsvertrag abgewartet werden.

Wann genau die Union ihre Minister benennt, ist unklar: Aus verschiedenen Quellen war zu hören, dies könne noch heute geschehen, in wenigen Tagen oder auch zeitgleich mit der SPD.

Die Ankündigung der SPD stieß bei Vertretern der Gegenseite auch auf Kritik: "Verhandlungsteilnehmer vor allem der Union hielten es nicht für praktikabel, Minister erst nach SPD-Mitgliederentscheid zu benennen", hieß es von Reportern.

Die Verhandlungen über den Koalitionsvertrag sollen voraussichtlich in der Nacht zum Mittwoch abgeschlossen werden.

In der SPD gibt es Befürchtungen, eine Nominierung auch der Minister in diesem Rahmen könnte bei der Mitgliederbefragung von der Entscheidung über die Vertragsinhalte ablenken und den Eindruck erwecken, es gehe vorrangig um Posten für bestimmte Politiker.

Vor allem Vertreter der SPD-Linken hatten daher darauf gedrängt, die Nominierung der Minister zu verschieben.