Die CSU will Prostitution stärker regulieren und plant dafür ein eigenes Gesetz. Frauen unter 21 sollen demnach nicht als Prostituierte arbeiten dürfen. "Das gesetzliche Alter für die Ausübung der Prostitution ist auf 21 Jahre heraufzusetzen", heißt es im Entwurf eines Papiers, das die CSU-Landesgruppe auf ihrer traditionellen Klausur Anfang Januar in Wildbad Kreuth beschließen will und aus dem die Passauer Neue Presse zitiert.

Die Christsozialen begründen ihre Initiative damit, dass immer mehr junge, unerfahrene Frauen Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution würden.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte der Zeitung, die CSU wolle "die Prostituierten besser schützen und die Kriminellen schneller und härter bestrafen." Das geltende Recht schütze die Prostituierten schon lange nicht mehr, argumentiert die Partei.

Zuhälter, Kriminelle und Bordellbetreiber hätten das ausgenutzt und Deutschland zum "Bordell Europas" gemacht. Das im Prostitutionsgesetz verankerte Weisungsrecht des Arbeitgebers müsse abgeschafft werden. Ein neues Gesetz sei  überfällig.

Kein vollständiges Verbot der Prostitution

Das neue Gesetz sieht für Prostituierte eine Pflicht zur Anmeldung bei den Behörden vor. Das, so heißt es in dem Entwurf,  "würde die Arbeit der zuständigen Polizei- und Ordnungsbehörden erheblich erleichtern." Auch ließe sich so besser zwischen legaler Prostitution und illegaler Zwangsausbeutung unterscheiden.

Die CSU-Landesgruppe fordert auch eine Pflicht zu regelmäßigen Untersuchungen durch das Gesundheitsamt und schließt selbst die Überwachung der Telekommunikation beim Verdacht der Zuhälterei nicht aus.

Komplett verbieten will die CSU Prostitution aber nicht. "Es würde letztlich nur zu einer Verlagerung der Prostitution in die Illegalität und zu einer weiteren Abschottung des Milieus führen", heißt es in dem Entwurf des Papiers. Zuhälter und Kriminelle würden damit gestärkt, die Rechte der Prostituierten geschwächt. Man müsse vielmehr klare Grenzen zwischen illegaler und legaler Prostitution ziehen.