Der scheidende Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) © Thomas Trutschel/Getty Images

Der scheidende Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat sich enttäuscht über seinen Wechsel ins Landwirtschaftsministerium geäußert. "Ich hätte gerne das  Innenministerium weiter gemacht, aber die CSU hat es nicht mehr bekommen", sagte er dem Fernsehsender Phoenix.

Eine persönliche Verantwortung für den Verlust des Ressorts bestritt Friedrich jedoch. "Wir sind gut weggekommen", sagte er. Mit seiner neuen Aufgabe sei er trotzdem zufrieden. "Ich habe eine sehr hohe Affinität, was die Landwirtschaft angeht."

Die CSU muss in der neuen Koalition aus Union und SPD das Innenministerium an ihre Schwesterpartei CDU abgeben, Ressortchef wird der frühere Innenminister Thomas de Maizière. Friedrich wechselt dafür ins Agrarressort. CSU-Chef Seehofer schickt außerdem den bisherigen Generalsekretär Alexander Dobrindt und Gerd Müller als Minister ins Bundeskabinett. Dobrindt wird Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Müller wird Entwicklungsminister. Der bisherige Verkehrsminister Peter Ramsauer scheidet aus dem Kabinett aus. 

Ramsauer lobt sich selbst

Ramsauer zog eine positive Bilanz seiner Amtszeit. Er sehe "beste Startvoraussetzungen" für seinen Nachfolger Dobrindt. "Ich übergebe ein gut geführtes Haus, das sehr solide für die Zukunft aufgestellt ist", sagte er. Unter anderem seien die Grundlagen für eine von der CSU im Koalitionsvertrag durchgesetzte Pkw-Maut und eine deutlich bessere Infrastrukturfinanzierung geschaffen.

Sein Nachfolger soll ein Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur leiten. Die Zuständigkeit für Bau geht an das Umweltministerium, das die SPD-Politikerin Barbara Hendricks übernehmen soll.