In Hessen haben nach der CDU auch die Grünen dem gemeinsamen Koalitionsvertrag zugestimmt. Auf der Landesmitgliederversammlung der Grünen in Frankfurt votierten 74,2 Prozent der gut Tausend Teilnehmer dafür. 

Insgesamt wurden 1.056 gültige Stimmen abgegeben. 784 Delegierte stimmten dafür, 250 dagegen, 22 enthielten sich. Hessens Grünen-Chef Tarek Al-Wazir kommentierte das Ergebnis mit den Worten: "Ihr seid toll!" Damit ist der Weg frei für die Wiederwahl von Ministerpräsident Volker Bouffier in der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Landtags am 18. Januar.

Die Grünen hatten zuvor mehrere Stunden lang über die Vereinbarung debattiert. Von vorne herein waren jedoch nur 30 Redner zugelassen, sechs von ihnen gehörten zur Kommission, die die Vereinbarung mit der CDU ausgehandelt hatte. Gegner des Flughafenausbaus protestierten vor der Tür.  


Hessen wird "sehr viel grüner werden"

Al-Wazir warb eindringlich für den Koalitionsvertrag. Hessen werde bei einer Zustimmung der Grünen-Basis in den kommenden fünf Jahren "sehr viel grüner werden", sagte der designierte Wirtschaftsminister. "Es ist ein Zweckbündnis auf Zeit wegen eines schwierigen Wahlergebnisses", sagte er weiter. Die Koalition mit der Hessen-CDU sei weder "Zeitenwende noch Liebesheirat".

Zahlreiche Inhalte der Grünen hätten Eingang gefunden. Die mit der CDU vereinbarte Ganztagsbetreuung an den Grundschulen sei eine "bildungspolitische Revolution". Hessen werde bis 2019 den Anteil erneuerbarer Energie auf 25 Prozent verdoppeln. Den heftig umstrittenen Lärmschutz am Frankfurter Flughafen und das geplante neue Terminal 3 streifte Al-Wazir nur kurz. Es gebe keine Alternative zu den vorgesehenen siebenstündigen "Lärmpausen", sagte er. Die Grünen haben stets ein achtstündiges Nachtflugverbot verlangt.