Die Mehrheit der Deutschen ist für die Sterbehilfe. © Oliver Berg/dpa

Während die Politik noch kontrovers über die Neuregelung des Sterbehilfe-Verbots in Deutschland diskutiert, ist die Meinung der Bevölkerung eindeutig: Die Mehrheit der Deutschen befürwortet Sterbehilfe, auch die aktive, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von ZEIT ONLINE hervorgeht. 

Bisher ist es in Deutschland verboten, jemanden auf dessen Verlangen hin zu töten. Bei der sogenannten aktiven Sterbehilfe drohen laut Strafgesetzbuch bis zu fünf Jahre Haft. Zwei Drittel der Bürger (66 Prozent) wollen das laut YouGov-Umfrage ändern und sprechen sich für eine Legalisierung aus.

21 Prozent wollen, dass die aktive Sterbehilfe verboten bleibt und 12 Prozent antworteten mit "weiß nicht". 

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Erlaubt ist in Deutschland bisher die so genannte Beihilfe zum Suizid. Wer einem Todkranken etwa Gift besorgt macht sich also nicht strafbar – vorausgesetzt der Lebensmüde nimmt es selbst. 72 Prozent der Befragten finden, dass es weiterhin erlaubt sein soll, Beihilfe zum Suizid zu leisten.  17 Prozent sprechen sich für ein Verbot aus, 12 Prozent sind in der Frage unentschieden. 

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Ältere häufiger für Sterbehilfe als Junge

Ältere Menschen sind beim Thema Sterbehilfe aufgeschlossener als Junge. Während in der Gruppe der 18- bis 24-jährigen Befragten 56 Prozent für aktive Sterbehilfe sind, wollen 68 Prozent der über 55-Jährigen diese erlauben. Zudem befürworten 62 Prozent der Jungen die Beihilfe zum Suizid, von den Älteren hingegen 73 Prozent.

In der Politik wird seit Jahren über eine gesetzliche Neuregelung der Sterbehilfe gestritten. Im Bundestag soll darüber in einer Debatte ohne Fraktionszwang beraten werden. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat sich bereits für ein Verbot jeglicher Form der gewerblichen und organisierten Sterbehilfe stark gemacht. Auch dazu hat die Bevölkerung eine klare Meinung: 61 Prozent lehnen den Vorschlag ab, 26 Prozent finden den Vorschlag gut, 13 Prozent antworteten mit "Weiß nicht".

Diese Umfrage wurde in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Sie basiert auf Online-Interviews mit Teilnehmern des YouGov-Panels, das weltweit bereits 2,5 Millionen Mitglieder zählt. Für die vorliegende Umfrage befragte YouGov vom 17. bis 20. Januar 1.014 Menschen.