Der frühere Industriepräsident Hans-Olaf Henkel ist jetzt Mitglied der Euro-kritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD). Parteikreise bestätigten einen entsprechenden Bericht von Focus Online. Offiziell soll der Beitritt erst in der nächsten Woche bekannt gegeben werden.

Der 73-jährige Henkel unterstützt die AfD seit Langem, vor der Bundestagswahl hatte er die Politik der Bundesregierung in der Euro-Krise scharf kritisiert. Nun will er den Angaben nach bei der Europawahl im Mai für die Partei antreten und einen Spitzenplatz auf der Kandidatenliste einnehmen.

Der frühere IBM-Manager war von 1995 bis 2000 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

Die AfD war bei der Bundestagswahl mit 4,7 Prozent der Stimmen nur knapp an der Fünfprozenthürde gescheitert. Laut Umfragen könnte sie dieses Jahr ins Europaparlament einziehen und zudem in mehrere Landtage. 

Beobachter registrierten in den vergangenen Monaten innerparteiliche Probleme. So gab es Kritik an Bundesvorstandssprecher Bernd Lucke. Fragen warf zudem die finanzielle Situation der Partei auf – sie soll einen Kredit zu marktunüblich günstigen Konditionen aufgenommen haben.

Bundeschef Lucke hatte vor Kurzem gesagt, er wolle anderen Parteien bei den kommenden Wahlen gezielt Stimmen abjagen. Henkel als prominenter Spitzenkandidat könnte dies erleichtern. Für den 25. Januar ist ein Parteitag zur Vorbereitung der Wahlkämpfe geplant.