Der neue NPD-Chef Udo Pastörs © Jens Büttner/dpa

Die NPD wird künftig von Hardliner Udo Pastörs geführt. Er wurde vom Parteivorstand in Dresden als amtierender NPD-Vorsitzender bestätigt, teilte die Partei mit. Der bisherige stellvertretende Parteichef und Fraktionsvorsitzende im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern soll die rechtsextreme Partei bis auf Weiteres führen, berichtet Spiegel Online

Der 61-Jährige folgt auf Holger Apfel, der im Dezember zurück- und aus der NPD ausgetreten ist. Die Wahl Pastörs hatte die NPD bereits im Dezember angekündigt. Während Apfel sich um eine seriöse Fassade bemühte, gilt Pastörs als Hardliner.

Seinen Rücktritt hatte Apfel mit Krankheit begründet. Das Präsidium der NPD veröffentlichte daraufhin eine Erklärung: "Mit Befremden muss das Parteipräsidium zur Kenntnis nehmen, dass die von Apfel zur Begründung für seinen Rücktritt angeführten 'Krankheitsgründe' offenbar nur ein Teil der Wahrheit sind." Auf antifaschistischen Internetseiten wurde über private Verhaltensweisen als Anlass für Apfels Rücktritt spekuliert.

Mit seinem Parteiaustritt kam der ehemalige NPD-Chef Apfel offenbar einem Parteiausschluss zuvor. Das Parteipräsidium soll Apfel aufgefordert haben, alle Vorwürfe in Zusammenhang mit seinem Rücktritt auszuräumen. Sollte er dies nicht tun, würde ihm nahegelegt, zeitnah aus der Partei auszutreten. "Sollten sich die im Raum stehenden Vorwürfe tatsächlich bestätigen, will das Parteipräsidium Holger Apfel einen zeitnahen Parteiaustritt nahelegen", hieß es in der Erklärung des Präsidiums.

Die NPD ist seit Längerem finanziell schwer angeschlagen und von einem Parteiverbot bedroht. Der Bundesrat hat einen Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht eingereicht und mit einer umfangreichen Materialsammlung untermauert, die die Verfassungsfeindlichkeit der Partei belegen soll. Bei der Bundestagswahl im September hatte sie nur 1,3 Prozent erreicht. Wegen nicht beglichener Strafzahlungen hat ihr die Bundestagsverwaltung den Geldhahn der staatlichen Parteienfinanzierung abgedreht.