• In der AfD-Bundesgeschäftsstelle arbeitet Philipp Runge. Er ist in der Abteilung Strategie und Kampagnen für den Bereich Organisation und Planung zuständig. Vor wenigen Jahren noch war Runge Pressesprecher der rechtskonservativen Wochenzeitung Junge Freiheit. Er gehört zur Berliner Burschenschaft Gothia, trat zeitweise als ihr Sprecher auf. Die Gothia ist in der ultrakonservativen Deutschen Burschenschaft organisiert – einem Dachverband, in dem sich die nationalistischen Denker konzentrieren, seitdem immer mehr liberale Kräfte abwandern. Die SPD etwa hat eine Mitgliedschaft dort und in der Partei bereits für unvereinbar erklärt. Wie weit der Korpsgeist in der Gothia reicht, zeigte der Fall des früheren Berliner Sozialstaatssekretärs Michael Büge, der 2013 seinen Posten in der Landesregierung aufgab, um Mitglied bleiben zu können.
  • Der Freiburger Rechtsanwalt Dubravko Mandic gehört zum Partei-Schiedsgericht der AfD in Baden-Württemberg, zum Parteitag im März in Erfurt kandidierte er für das Bundesschiedsgericht. Mandic ist Mitglied der Freiburger Burschenschaft Saxo-Silesia, die ebenfalls zur Deutschen Burschenschaft gehört. Am Telefon danach befragt, wie dies mit seinem Parteiamt in Einklang zu bringen sei, bricht er das Gespräch ab.

Mit Ulrich Wlecke hatte die AfD in NRW außerdem einen früheren Republikaner auf Platz vier der Landesliste für die Bundestagswahl 2013 gehoben. Nach drei Jahren REP-Mitgliedschaft trat der Unternehmer eigenem Bekunden zufolge wieder aus – weil er "mit der Entwicklung nicht einverstanden war".

In ihrer Ballung zeigen diese Personalien, wie stark die rechten, nationalistischen Kräfte in der AfD sind. Der Rücktritt von Junge-Alternative-Vize Nolte könnte ein erstes Zeichen für einen beginnenden Machtkampf um die Ausrichtung der Partei sein.

Nachtrag: Der Vorsitzende der Jungen Alternative, Philipp Ritz,  legt Wert auf die Feststellung, dass die Vorgänge um Benjamin Nolte vor seiner Wahl "nicht bekannt"waren.