Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht hat entschieden: Ex-Bildungsministerin Annette Schavan muss ihren Doktortitel abgeben. Das Gericht wies die Klage Schavans gegen den Entzug ab. Damit hat die Universität rechtmäßig entschieden, als sie der früheren Ministerin den Doktortitel aberkannte.

Schavan wies den Vorwurf der Täuschung in einer persönlichen Erklärung erneut "entschieden zurück". Sie ließ zunächst offen, ob sie gegen die Düsseldorfer Entscheidung das Oberverwaltungsgericht Münster als nächste Instanz anrufen wird. Wenn die schriftliche Fassung des Urteils vorliege, werde sie mit ihrem Anwalt das weitere Vorgehen beraten, heißt es in der Erklärung.

Das Risiko sei ihr bewusst gewesen, als sie sich für die Klage entschieden hat. "In den vergangenen Monaten wurde von Fachleuten darauf hingewiesen, dass bislang Gerichte nicht anders entschieden haben als Fakultäten", schreibt die CDU-Politikein. Es gebe aber keinen anderen Weg die Entscheidung von Fakultäten bei Plagiatsvorwüfen zu prüfen.

Zuvor hatte das Gericht etwa drei Stunden mündlich verhandelt. Die Richter wiesen zwei Beweisanträge von Schavans Anwalt zurück. Er wollte Schavans Doktorvater als Zeugen laden und durch das Gericht ein externes Gutachten zur wissenschaftlichen Zitierweise in den achtziger Jahren einholen lassen. Die CDU-Politikerin selbst war zu der Verhandlung nicht geladen. 

Anonyme Plagiatjäger hatten vor rund zwei Jahren Vorwürfe gegen Schavan erhoben. Die Universität Düsseldorf hatte der 58-Jährigen daraufhin vor gut einem Jahr den Titel wegen vorsätzlicher Täuschung aberkannt. Zur Begründung hieß es damals, die CDU-Politikerin habe in ihrer Dissertation Gedanken anderer Autoren nicht ausreichend gekennzeichnet und damit getäuscht. Kurz darauf, im Februar 2013, war Schavan als Bundesbildungsministerin zurückgetreten.

Schavan geht als Botschafterin in den Vatikan

Gegen die Aberkennung des Titels hatte Schavan geklagt. Die CDU-Politikerin hatte sich stets verteidigt: Ihr seien Flüchtigkeitsfehler bei der Arbeit unterlaufen, aber von einer vorsätzlichen Täuschung könne keine Rede sein. Ihre Anwälte hatten argumentiert, dass die Entscheidung in einem fehlerhaften Verfahren zustande gekommen sei. Die Düsseldorfer Uni hingegen hatte stets auf ein externes Gutachten verwiesen, laut dem die Aberkennung des Doktortitels formal einwandfrei gewesen sei.

Schavan hatte die Doktorarbeit mit dem Titel Person und Gewissen – Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung 1980 abgegeben und dafür das Prädikat "sehr gut" bekommen.

Schavan hat inzwischen eine neue Aufgabe. Sie wechselt als Botschafterin in den Vatikan.