Die Bundesregierung wird einem Zeitungsbericht zufolge einen von Saudi-Arabien angestrebten Kauf von bis zu 800 deutschen Kampfpanzern nicht genehmigen. Nach Informationen der Bild am Sonntag sprach sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) intern gegen eine Panzerlieferung an das autokratisch regierte Königreich aus. Auch in der Union hatte es bereits Widerstand gegen das seit knapp zwei Jahren diskutierte Milliarden-Geschäft gegeben. 

Saudi-Arabien bemüht sich seit Jahren um den Kauf von Leopard-2-Panzern der deutschen Hersteller Kraus-Maffei Wegmann und Rheinmetall. Insgesamt gehe es um bis zu 800 Panzer, für deren Ankauf im saudi-arabischen Staatshaushalt bereits knapp 18 Milliarden Euro bereit stünden. Beim für die Genehmigung von Rüstungsexporten zuständigen Bundessicherheitsrat sei bisher allerdings noch keine offizielle Exportanfrage eingegangen, heißt es in dem Bericht.

Der Bild am Sonntag zufolge hat sich das saudi-arabische Verteidigungsministerium jedoch bereits Anfang März mit der spanischen Regierung auf die Lieferung von vorerst 150 Leopard-2-Panzern in der modernsten Ausführung A7+ geeinigt. Bei der spanischen Rüstungsfirma Santa Bárbara Sistemas werden einige Leopard-Ausführungen in Lizenz gebaut.

Weil es sich beim Leopard-Panzer um deutsche Rüstungstechnik handelt und deutsche Firmen wesentliche Komponenten zuliefern müssten, braucht Spanien für den Panzer-Export nach Saudi-Arabien allerdings die Zustimmung Deutschlands.

Rüstungslieferungen nach Saudi-Arabien sind in Deutschland äußerst umstritten. Das autoritär regierte Land hatte sich im Frühjahr 2011 mit Panzern und Soldaten an der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten in Bahrain beteiligt. Zudem geht Saudi-Arabien immer wieder mit Gewalt gegen Proteste im Inland vor, die Menschenrechtslage ist sehr problematisch.