"Wir werden gemeinsam austreten und wir werden viele sein", hatte ein AfD-Mitglied angekündigt, vermutlich wird aus der geplanten Abspaltung der Liberalen in der "Alternative für Deutschland" aber nichts.

Nachdem klar war, dass die ZEIT darüber berichtet, haben sich die Vertreter des liberalen AfD-Flügels zerstritten. Im Mittelpunkt steht die "liberale Vereinigung", in der sich deren Mitglieder und Mitglieder der FDP zusammengefunden haben. Einige Austrittswillige haben offenbar versucht, die Vereinigung als Vehikel für eine Abspaltung von der AfD zu nutzen.

Am Montagabend beriet sich der Vorstand des Vereins in einer Telefonkonferenz. Darin wurde deutlich, dass nur ein Teil der Mitglieder für den Austritt aus der AfD ist. Dagegen ist unter anderem Alexander Dilger, Vorsitzender des Vereins und ehemaliger Landesvorsitzender der AfD. Der Wirtschaftsprofessor hat in der Krisensitzung am Montag seinen Posten niedergelegt und ist aus der liberalen Vereinigung ausgetreten. 

Die entscheidende Frage für die Parteiliberalen ist, ob sie ihre Positionen weiterhin innerhalb der AfD vertreten wollen – oder ob sie sich von deren konservativeren, rechtspopulistischeren Teil zu sehr an den Rand gedrängt sehen. Parteichef Bernd Lucke hat in Interviews betont, "kein Liberaler" zu sein, er sprach lieber über den Wert der traditionellen Familie als über den Austritt aus dem Euro – immerhin Gründungsthema der Partei.

Liberale zusammenbringen, nicht spalten

"Ein Massenaustritt war nie das, was ich wollte", sagt Dilger ZEIT ONLINE. Es sei darum gegangen, Liberale von AfD und FDP zusammenzuführen, nicht die AfD zu spalten. Vielmehr, schreibt Dilger in seinem Blog, sei die liberale Vereinigung gespalten. Einige seiner ehemaligen Vorstandskollegen seien "blind vor Hass auf die AfD" und hätten die Gründungsidee der Vereinigung "in ihr Gegenteil verkehrt".

In den Statuten des Vereins ist festgeschrieben, dass die Hälfte der Vorstandsposten von Mitgliedern der "Stiftung für Freiheit und Vernunft" besetzt werden. Vorsitzende und Wortführerin dieser Stiftung ist Dagmar Metzger, die einflussreiche ehemalige Pressesprecherin der AfD. Diese Vertreter dürfte Dilger mit seiner heftigen Kritik meinen, auch wenn er sie selbst nicht beim Namen nennt. Metzger selbst war am Dienstag für ZEIT ONLINE nicht erreichbar.

Zu den Vorstandsmitgliedern zählt auch Marcus Mattheis aus Baden-Württemberg. Er hatte der ZEIT gesagt: "Über kurz oder lang wird der Austritt für viele liberale AFD-ler unumgänglich sein". Er ärgert sich über "ausländerfeindliche und homophobe" Parteimitglieder.