Der NSA-Untersuchungsausschuss will die Chefs der großen US-Internetkonzerne wie Facebook und Twitter als Zeugen laden. Die Obmänner von Union und SPD, Roderich Kiesewetter (CDU) und Christian Flisek (SPD) kündigten an, darüber in ihrer nächsten Sitzung an diesem Donnerstag zu entscheiden.

Neben den Chefs von Facebook und Twitter, Mark Zuckerberg und Dick Costolo, will das Gremium demnach auch die Spitzen von Google, Microsoft und Apple vernehmen.

Anfang Mai hatte der Ausschuss bereits einstimmig beschlossen, den ehemaligen Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA, Edward Snowden, zu befragen. Die Union will die bis 3. Juli geplante erste Vernehmung per Video oder direkt vor Ort bei Snowden im Moskauer Exil führen. Die SPD hält sich alle Varianten offen.

Die Befragung Snowdens wird indes immer unwahrscheinlicher, weil er in Russland nur vorläufig Asyl hat. Sein Anwalt Wolfgang Kaleck sagte: "Sowohl seine amerikanischen Anwälte als auch ich werden ihm davon abraten müssen, unter den derzeitigen aufenthaltsrechtlichen Bedingungen und Unsicherheiten sich in einer Weise von Moskau aus zu äußern, die seine Situation verschlechtert und seinen Aufenthaltsstatus möglicherweise gefährdet."

Snowden hatte die massenhafte Datenspionage durch US-amerikanische und britische Geheimdienste publik gemacht.