Die Unionsfraktion hat Linke und Grüne aufgefordert, sich an einer seriösen Aufarbeitung der NSA-Affäre im Untersuchungsausschuss des Bundestages zu beteiligen. "Es wird Zeit, dass wir mit dem Snowden-Klamauk mal aufhören", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU). 

Die Frage des Asyls oder des Aufenthaltsrechts für den Ex-Mitarbeiter des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA) und Informanten Edward Snowden sei Linken und Grünen offenbar wichtiger als die Aufklärung in der Sache. Die Union habe aber nichts dagegen, Snowden zu vernehmen, auch wenn sie von ihm wenig Aufklärung erwarte, sagte Grosse-Brömer. Dies könne jedoch beispielsweise per Videobefragung geschehen.

Grünen-Fraktionsgeschäftsführerin Britta Haßelmann kritisierte die Äußerungen des Unionsgeschäftsführers. "Michael Grosse-Brömer hat den Ernst der Angelegenheit offenbar nicht begriffen. Edward Snowden hat uns allen durch seine Veröffentlichungen zur massenhaften Ausspähung durch die Geheimdienste einen großen Dienst erwiesen", sagte Haßelmann ZEIT ONLINE. Das Bemühen, Licht ins Dunkel der NSA-Affäre zu bringen, als Klamauk zu bezeichnen, offenbare ein weiteres Mal, dass die große Koalition nicht um Aufklärung bemüht ist.

Regierung und Opposition streiten seit längerer Zeit über die Vernehmung von Edward Snowden. In einem Rechtsgutachten hat die Bundesregierung eine Befragung von Edward Snowden zur NSA-Affäre in Deutschland bereits abgelehnt. In dem Fall wäre "sehr wahrscheinlich mit schweren und dauerhaften Belastungen des Verhältnisses" zu den USA zu rechnen, heißt es darin.

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele hatte daraufhin den Umgang der Bundesregierung mit dem früheren NSA-Computerfachmann Edward Snowden scharf kritisiert. Das von der Regierung in Auftrag gegebene Rechtsgutachten gegen eine Befragung Snowdens in Deutschland sei "ein Stück aus dem Tollhaus", sagte er im ZDF.