Der Thüringer Landesvorstand der Alternative für Deutschland (AfD) hat geschlossen die Ämter zur Verfügung gestellt. Vorangegangen waren monatelange Querelen. Bei dem Landesparteitag am heutigen Samstag hatten zahlreiche Delegierte einzelne Vorstandsmitglieder kritisiert.  Sie warfen den Mitgliedern der Parteiführung vor allem undemokratisches Verhalten vor.

Am Nachmittag musste der Parteitag daher neu wählen: Die Delegierten bestimmten Steffen Möller und Björn Höcke zur Spitze der Führung. Sie sollen Ruhe in den Landesverband bringen, der nach den Worten des Bundesvorsitzenden Bernd Lucke lange Zeit ein Sorgenkind der Partei war.    

Die Spaltung im Landesverband rührt auch von Äußerungen des Landesprechers Mattias Wohlfarth her. Er hatte im März in einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur indirekt Verständnis für fremdenfeindliche Gewalt gezeigt. Die Abneigung gegenüber Ausländern sei "biologisch normal", hatte er gesagt.

Anschließend hatten Vertreter von Kreisverbänden Wohlfaths Rücktritt gefordert. Er sei wegen "christlich-fundamentaler Rhetorik" nicht mehr tragbar. Zudem diffamiere er unbequeme Mitglieder der Partei.   

Die Thüringer AfD hat nach eigenen Angaben rund 320 Mitglieder. Ihr werden für die Landtagswahl am 14. September gute Chancen für den Einzug in das Landesparlament eingeräumt. Bei der Europawahl am 25. Mai hatte die Partei in Thüringen 7,4 Prozent erzielt. Auch andere Landesverbände der Partei haben derzeit mit internen Differenzen zu kämpfen.