Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir ©Fredrik von Erichsen /dpa

Die Grünen wollen sich künftig als liberale Partei in der politischen Mitte positionieren. Dazu haben mehrere Landespolitiker der Partei aufgerufen. "Wir sollten die liberale Partei in Deutschland sein, denn eine relevante andere gibt es nicht mehr", sagte der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Die Grünen seien eine tolerante und nicht zuletzt liberale Partei, sagte Al-Wazir weiter. "Damit können wir sicher auch einen Teil der früheren FDP-Klientel ansprechen, die sich enttäuscht von der FDP abwendet." 

Der bayerische Grünen-Landesvorsitzende Dieter Janecek wirbt ebenfalls dafür, dass seine Partei liberaler wird. "Die Grünen sollten den Abgang der FDP nutzen, endlich konsequent für echten Wettbewerb einzutreten und dem Staatsdirigismus der großen Koalition Einhalt gebieten", sagte Janecek. Die Partei müsse "Ökologie und Ökonomie versöhnen, die führende Stimme sein für Freiheit und Selbstbestimmung", so Janecek weiter.

Die Wirtschaftsministerin von Rheinland-Pfalz, Eveline Lemke, sagte, die Grünen seien "eine libertäre Partei". Die stehe für Bürgerrechte und ein selbstbestimmtes Leben sowie für Freiheit und Datenschutz im Internet. "Dieses liberale Erbe ist bei uns in guten Händen", sagte Lemke. "Damit sind wir auch für Liberale wählbar."

"Die Farbe der Freiheit ist Grün" hieß es bereits Anfang des Jahres in einem achtseitigen Papier, das von mehreren Bundestagsabgeordneten geschrieben worden war. Hunderte Grüne schlossen sich auf einer Website dem Aufruf an.

"Jetzt geht es darum, als die Kraft für Freiheit und Selbstbestimmung wahrgenommen zu werden – mit einem verantwortlichen und emanzipativen Freiheitsbegriff", sagte im Januar der Bundestagsabgeordnete Kai Gehring. Er gehörte zu den Autoren des Papiers.