Die AfD-Spitzenpolitikerin Frauke Petry steht nun auch vor einer privaten Insolvenz, nachdem bereits ihre Firma pleite ging. "Das wird sich nicht vermeiden lassen", sagte Petry der ZEIT. 

Petrys Firma Purinvent, die ein neuartiges Kunststoffgemisch als Füllmaterial für besonders teure und verschleißanfällige Reifen herstellt, hatte bereits Ende 2013 Insolvenz anmelden müssen und war von einer Investorengruppe übernommen worden. Petry fungiert allerdings nach wie vor als Geschäftsführerin des Leipziger Unternehmens.

Petry ist neben Bernd Lucke Bundesvorsitzende der AfD und tritt bei den kommenden Landtagswahlen als sächsische Spitzenkandidatin ihrer Partei an. Die 39-Jährige räumte ein, gebangt zu haben, ob sie die Insolvenz ihrer Firma bis nach der Bundestagswahl 2013 würde hinauszögern können, ohne Recht und Gesetz zu verletzen. "Ich wollte natürlich vermeiden, dass meine Firma vor der Bundestagswahl Insolvenz anmelden muss", sagte Petry. Tatsächlich hatte ihre Purinvent erst danach, im November 2013, Insolvenzantrag stellen müssen.

Mindestens sechs Prozent in Sachsen

Innerparteilichen Befürchtungen, dass Petrys wirtschaftliches Scheitern Auswirkungen auf den Erfolg der sich wirtschaftskompetent gebenden AfD haben könnte, trat Petry betont gelassen entgegen. Sie versuche, "das eine vom anderen" zu trennen: die Geschicke der Partei vom Schicksal ihrer Firma.

Umfragen prognostizieren der Partei bei den sächsischen Landtagswahlen am 31. August ein Ergebnis von mindestens sechs Prozent. Petry hat gute Chancen, Fraktionschefin der Partei im Parlament in Dresden zu werden.