Kinderbetreuung in einer Kita © Georg Wendt/dpa

Ein Jahr nach dem Start des Betreuungsgeldes fordern die Grünen, diese staatliche Leistung schnell abzuschaffen. "Das Betreuungsgeld ist absoluter Unsinn", sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Es setzt falsche Anreize und verhindert die frühkindliche Förderung." Betreuungsgeld erhalten Eltern, die ihr Kleinkind nicht in eine Kita geben oder von einer Tagesmutter betreuen lassen.

Die Grünen-Politikerin reagierte mit ihrer Forderung auf die Ergebnisse einer Studie, nach der das Betreuungsgeld viele Migrantenfamilien und Eltern mit geringer Bildung davon abhalte, ihre Kleinkinder in eine Kita zu schicken. Für die Studie hatten das Deutsche Jugendinstitut und die Universität Dortmund mehr als 100.000 Eltern mit Kindern unter drei Jahren befragt. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, das Betreuungsgeld stelle besonders für sozial benachteiligte Familien einen Anreiz dar, kein staatliches Angebot frühkindlicher Bildung zu nutzen.

Göring-Eckardt sagte dazu, es zeige sich nun erneut, dass die Union "Familienpolitik ohne Sinn, ohne Verstand, nur mit Blick auf das eigene Klientel" mache. "Die Bundesregierung muss das Betreuungsgeld unverzüglich abschaffen und das Geld stattdessen sinnvoll in ausreichend gute Kita-Plätze investieren."

Auch in der SPD wird die Forderung nach einer Streichung des Betreuungsgeldes wieder lauter. "Die SPD ist bereit, das Betreuungsgeld sofort abzuschaffen", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Carola Reimann, der Welt und bezog sich ebenfalls auf die Studie.