Muslime beim Gebet © Mani Rana/Reuters

Ein Kommentar der Bild-Zeitung zum Islam hat unter Politikern und in der allgemeinen Öffentlichkeit scharfe Kritik ausgelöst. Der Grünen-Politiker Volker Beck forderte die Zeitung auf, sich bei allen Muslimen zu entschuldigen. 

Bild-Autor Nicolaus Fest hatte in seinem Kommentar alle Anhänger des Islams als potenzielle Straftäter und Menschenrechtsmissachter verurteilt und die Religion generell als Integrationshindernis dargestellt. "Das sollte man bei Asyl und Zuwanderung ausdrücklich berücksichtigen", schrieb er in dem nur wenige Zeilen langen Text.

Auch Kai Gehring, Abgeordneter der Grünen, äußerte sich zu dem Kommentar. Auf Twitter verurteilte er den Text als "Hetze gegen Muslime" und "Parolen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit". 

Niema Movassat, Abgeordneter der Linken, zeigte sich ebenfalls empört und warf der Bild vor, durch den Kommentar Rassismus zu schüren. Beide Politiker erwähnen auch die nur wenige Tage zuvor von der Bild gestartete Kampagne gegen Antisemitismus, die im starken Gegensatz zu dem nun erschienenen Kommentar erscheint.   

Ähnliche Kritik äußerten auch der SPD-Politiker Jonas Westphal sowie Halina Wawzyniak von den Linken. Westphal betitelte den Kommentar mit "ein Kübel Dreck", Wawzyniak sprach von "Schwachsinn! Allein das mit der Kriminalität ist Unsinn".  

Einer Studie zufolge gibt es jedoch einen Zusammenhang von Religiosität und Kriminalität. Laut einer 2010 veröffentlichten Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen (KFN) sind muslimische junge Männer in Deutschland, die von sich selbst sagen, sie seien sehr religiös, gewalttätiger als andere Jugendliche.    

Bild-Autor Fest zeigte sich von der Kritik wenig beeindruckt. Vielmehr wiederholte in einem Tweet seine Meinung, äußerte sich positiv über die Füller der vernichtenden Kritik ("Herrlicher Shitstorm"). Er ging nicht darauf ein, dass die Kritiker ihm vorwarfen, mit seinem Kommentar allzu pauschale Äußerungen über den Islam gemacht zu haben.

Umstritten ist der Kommentar auch in der Bild-Redaktion. Chefredakteur Kai Diekmann meinte in einem Tweet: "Nicolaus Fest ist kein Hassprediger! Seinen Kommentar heute halte ich für falsch."