Bundesjustizminister Heiko Maas rät dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden zu einer Rückkehr in die USA. "Er ist erst Anfang 30 und will sicher nicht den Rest seines Lebens auf der ganzen Welt gejagt werden oder von einem Asyl zum nächsten wandern", sagte der SPD-Politiker. "Wie man hört, sind wohl die Anwälte von Herrn Snowden in Verhandlungen mit amerikanischen Stellen, ob er möglicherweise in die USA zurückkehrt, um sich dort einem Verfahren zu stellen."

Wenn sich beide Seiten einig werden könnten, wäre damit auch Snowden am meisten gedient, sagte der Minister. "Denn sonst wird er immer auf der Flucht sein vor den US-Strafverfolgungsbehörden."

Der frühere NSA-Mitarbeiter Edward Snowden hatte vor Kurzem erst in einem Zeitungsinterview über seine aktuelle Situation in Russland, seine Zukunft und die Folgen einer möglichen Rückkehr in die USA gesprochen. Er habe keine Angst: "Wenn ich in Ketten in Guantánamo enden würde, könnte ich damit leben", sagte Snowden demnach. Zugleich sagte er, er sei zufriedener in Russland, als wenn er in einem anderen Land mit einem "ungerechten Prozess" rechnen müsste. "Ich bin sehr glücklich, hier Asyl bekommen zu haben."

Snowden hatte vor gut einem Jahr streng vertrauliche Dokumente über die Überwachungspraxis der National Security Agency und anderer Geheimdienste an die Öffentlichkeit gebracht. Die USA suchen ihn per Haftbefehl. Seit Anfang August 2013 hat der heute 31-Jährige Asyl in Russland – begrenzt auf ein Jahr. Das heißt, die Aufenthaltserlaubnis läuft formell in wenigen Tagen Ende Juli aus. Die Entscheidung der Russen über eine mögliche Verlängerung steht noch aus.