Ein prorussischer Separatist mit einem russischen Panzer in einem Waldstück in der Ostukraine © Maxim Zmeyev/Reuters

Soll der Westen auf den Abschuss der malaysischen Verkehrsmaschine und die anhaltende russische Unterstützung für die ukrainischen Separatisten mit scharfen Sanktionen reagieren? Welche Lösungen gibt es für den Ukraine-Konflikt? Wir haben Politiker der Bundestagsparteien und andere Autoren eingeladen, sich an der Debatte zu beteiligen.

Eines der inhumansten Wörter, welche ich in meinem politischen Leben kennengelernt habe, lautet Kollateralschaden. Gehört habe ich es erstmals 1999, als Tornados der Nato die militärisch unbedeutende serbische Kleinstadt Varvarin beschossen und dabei zehn Zivilisten töteten und 30 weitere verletzten. Ein Nato-Sprecher kommentierte damals lakonisch: "Der Sieg über das Böse hat immer einen Preis." Er bezeichnete die Opfer als collateral damage, unvermeidbare Nebenschäden des Krieges.

Ein Krieg herrscht derzeit auch in der Ostukraine. Seit Wochen toben dort Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee auf der einen und sogenannten Volkswehren beziehungsweise Separatisten mit vor allem russischstämmigen Kämpfern auf der anderen Seite. Hunderte Tote sind bereits zu beklagen, Zehntausende sind auf der Flucht.