Das Umweltbundesamt hat die Pläne von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) für eine Pkw-Maut auf deutschen Straßen kritisiert. Zwar werde die Abgabe nach Schadstoffklassen differenziert und gelte für alle Straßen, sagte die Präsidentin des Amtes, Maria Krautzberger, der Mitteldeutschen Zeitung. Ökologisch bringe sie jedoch nichts. Krautzberger kritisierte vor allem, dass sich das System nicht an der Länge der zurückgelegten Wege orientiere. Damit sei die Maut eine "Flatrate, die keinerlei ökologische Lenkungswirkung entfaltet", sagte sie der Zeitung.

Systeme in Ländern wie Frankreich oder Italien seien vorteilhafter, dort werde bei der Berechnung der Kosten der zurückgelegte Weg berücksichtigt, sagte die Präsidentin des Bundesumweltamtes weiter. Dafür gebe es mittlerweile technische Systeme, die automatisch abrechneten. Krautzberger sprach sich außerdem dafür aus, die Einnahmen aus der Maut nicht nur in den Ausbau der Straßen, sondern auch in das Schienennetz zu investieren.

Das Umweltbundesamt (UBA) ist dem Geschäftsbereich des Bundesumweltministeriums zugeordnet und ist die zentrale deutsche Umweltbehörde. Das Amt soll die Umweltpolitik der Bundesregierung wissenschaftlich begleiten und die Öffentlichkeit über Umweltthemen informieren.

Verkehrsminister Dobrindt hatte zuvor sein Konzept für die Pkw-Maut vorgestellt. Die Abgabe soll über ein Vignetten-System von deutschen und ausländischen Autofahrern eingetrieben werden. Dobrindt rechnet mit Einnahmen von rund 600 Millionen Euro im Jahr – nach Abzug der Kosten für das System, die das Ministerium auf 260 Millionen Euro jährlich schätzt.