Bewaffnete und maskierte Mitglieder der sunnitischen Terrorgruppe IS bei einem Gebet außerhalb der irakischen Stadt Falluja (Archivbild, April 2014) © Stringer/Reuters

Nach Erkenntnissen des Bundesamts für Verfassungsschutz sollen mindestens fünf Islamisten aus Deutschland Selbstmordanschläge im Irak und in Syrien verübt haben. Inzwischen seien weit mehr als 400 Islamisten  aus der Bundesrepublik in die Kampfzone gereist, um sich der sunnitischen Miliz "Islamischer Staat" (IS) anzuschließen, sagte Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, in einem Interview im Deutschlandfunk. Mittlerweile seien mindestens 25 Menschen mit Kampferfahrung zurückgekehrt.

Rund 20 ehemalige Bundeswehrsoldaten sollen sich nach Spiegel-Informationen ebenfalls in der Krisenregion dschihadistischen Einheiten angeschlossen haben. Die ausgebildeten Soldaten seien "besonders wertvoll" für Terrormilizen, da sie anders als die meisten ausgereisten Deutschen militärisch ausgebildet sind. Der Spiegel schreibt weiter, dass der Militärische Abschirmdienst (MAD), den Islamismus als zunehmend gefährlich für die Bundeswehr einstuft. Erst kürzlich habe ein ehemaliger Stabsunteroffizier versucht in die Krisenregion auszureisen, der zuvor wegen seiner radikalen Ansichten von seinem Dienst suspendiert worden sei.

Der Verfassungsschutz warnte vor einer gestiegenen Anschlagsgefahr in Deutschland. Dem Deutschlandfunk sagte Verfassungsschutzpräsident Maaßen, er befürchte, dass islamistische Kämpfer nach ihrer Rückkehr aus Syrien und dem Irak Anschläge in Deutschland planen würden.

Es gebe zwar keine konkreten Hinweise, aber der Verfassungsschutz müsse sehr wachsam sein, sagte Maaßen. Hunderte Kämpfer aus Deutschland hätten sich dem IS angeschlossen. Aufgrund der Brutalität des IS sei dieser inzwischen attraktiver als Al-Kaida.

Laut Maaßen sind vor einigen Jahren viele Islamisten nach Afghanistan und Pakistan gereist. In der Folge seien auch in Deutschland Anschläge vorbereitet worden.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der deutsche Konvertit Philipp B. aus Nordrhein-Westfalen vor drei Wochen einen Selbstmordanschlag in der Nähe der irakischen Stadt Mossul begangen habe. Er habe ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in eine Stellung kurdischer Peschmerga gefahren und mindestens 20 Menschen getötet.

Da die meisten Kämpfer über die Türkei nach Syrien und in den Irak einreisen würden, sei die Zusammenarbeit mit dem türkischen Geheimdienst besonders wichtig. Dieser müsse intensiver werden, sagte Maaßen.