Die Botschaft der USA in Berlin © Odd Andersen/AFP/Getty Images

Die Bundesregierung hat laut einem Bericht von Spiegel Online alle ausländischen Botschaften in Deutschland aufgefordert, ihr gesamtes Geheimdienstpersonal offenzulegen. Das Auswärtige Amt habe auf offiziellem diplomatischem Wege eine entsprechende Verbalnote an die Botschaften geschickt. Die Regierung erwartet demnach, dass die Note "von allen angeschriebenen Vertretungen beantwortet" werde.

Ein Mitarbeiter von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) habe die Forderung damit begründet, dass zwischen der deutschen Regierung und den Botschaften "ein gemeinsamer Sachstand" hergestellt werden solle, berichtet Spiegel Online weiter.

In die Forderung eingeschlossen seien ausländische Konsulate, Kulturinstitute und Geheimdienstmitarbeiter bei in Deutschland stationierten Truppen. Die Geheimdienste der USA, CIA und NSA, hatten sich zuvor geweigert, ihr offizielles Personal zu benennen.

In Deutschland halten sich nach Spiegel-Informationen mehr als 200 Nachrichtendienstmitarbeiter auf, die einen Diplomatenpass besitzen. Russland, China und die USA sollen die meisten Geheimdienstler in Deutschland stationiert haben. Sie sind offiziell akkreditiert oder arbeiten verdeckt als Militärattaché, politischer Beamter oder als Mitarbeiter in Kulturinstituten.

Mitte Juli hatte die Bundesregierung den obersten Repräsentanten der US-Geheimdienste aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Dies sei "als Reaktion auf lange Zeit nicht erfolgte Zusammenarbeit im Bemühen um Aufklärung" geschehen, sagte damals der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Clemens Binninger (CDU).