Zwei Stunden vor Schließen der Wahllokale haben die Wahlberechtigten den Rückstand bei der Beteiligung an der Landtagswahl deutlich verringert. Bis 16 Uhr waren 33,3 Prozent an in die Kabinen gegangen, vor fünf Jahren waren es zur selben Zeit 36,4 Prozent gewesen. Bis zum frühen Nachmittag hatte der Rückstand noch 6,5 Prozent betragen.

In Sachsensind 3,4 Millionen Stimmberechtigte aufgerufen, die 120 Parlamentssitze in Dresden neu zu bestimmen. Der schwarz-gelben Regierungskoalition von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) droht das Aus im Landtag und damit auch der Verlust der letzten Regierungsbeteiligung – in Umfragen liegt die FDP deutlich unter fünf Prozent. In Sachsen regiert zur Zeit die letzte CDU/FDP-Koalition in einem Bundesland.  

Insgesamt wurde mit einer geringeren Wahlbeteiligung gerechnet, weil heute in Sachsen der letzte Tag der Sommerferien ist und dazu noch das schlechte Wetter die Wähler von der Stimmabgabe abhält. Vor fünf Jahren hatte die Beteiligung am Ende bei 52,2 Prozent gelegen.

Den Umfragen zufolge bleibt die CDU stärkste Kraft, rund 40 Prozent der Wählerstimmen soll die Partei erlangen. Zweitstärkste Kraft dürfte laut Umfragen die Linke werden, noch vor SPD und Grünen.

Flöge die FDP aus dem sächsischen Landtag, sind eine große Koalition aus CDU und SPD oder ein schwarz-grünes Bündnis möglich – sollte es die Stimmenzahl ermöglichen. Ministerpräsident Tillich hat allerdings auch eine Koalition mit der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) im Vorfeld der Wahlen nicht eindeutig ausgeschlossen. In Umfragen kommt die AfD auf bis zu sieben Prozent der Stimmen und dürfte damit in Sachsen erstmals in ein Landesparlament einziehen. Der rechtsradikalen NPD werden ebenfalls Chancen eingeräumt, die Fünf-Prozent-Hürde erneut zu überwinden.   

Im Wahlkampf ging es vorrangig um Bildungspolitik und innere Sicherheit. Insgesamt bewerben sich 636 Frauen und Männer um einen Sitz im Parlament.