Wegen technischer Probleme ist der Einsatz der Bundeswehr in der EU-Mission Atalanta am Horn von Afrika gefährdet. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung ist von den 22 Bordhubschraubern des Typs Sea Lynx Mk88A der Marine derzeit kein einziger einsatzbereit. Die Zeitung beruft sich auf ein ihr vorliegendes Dokument aus dem Verteidigungsministerium.

Eine "Aufklärung des Sachverhalts und eine Rückkehr zum normalen Flugbetrieb" seien "dieses Jahr nicht mehr zu erwarten", zitiert die SZ aus der Vorlage der Abteilung Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung.

Demnach hatten Prüfer am 16. Juni an Bord der Fregatte Lübeck an einem Sea Lynx einen etwa 20 Zentimeter langen Durchriss festgestellt. Sie entschieden daraufhin, "den Flugbetrieb mit diesem Hubschraubermuster bis auf Weiteres einzustellen". Angeordnete Sonderkontrollen hätten an drei weiteren Hubschraubern "ein ähnliches Schadensbild" und "umfangreiche Beanstandungen" bei zusätzlichen Hubschraubern ergeben, hieß es.

Seit 7. August dürfen die Hubschrauber unter Auflagen wieder fliegen. Die Prüfer setzten das maximale Abfluggewicht herab und verlangten zusätzliche Kontrollen. "Die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen dauern jedoch an", hieß es in der Vorlage weiter, "so dass aktuell keines dieser Luftfahrzeuge flugklar ist".  

Der Sea Lynxmacht etwa die Hälfte der Marine-Hubschrauberflotte aus. Die andere Hälfte besteht aus 21 Hubschraubern vom Typ Sea King.

In dem Papier aus dem Ministerium heißt es, das Marinefliegerkommando habe "am 3. September 2014 das Marinefliegergeschwader 5 angewiesen, die Vorbereitungen für die ab dem 18. September 2014 geplante Einschiffung von zwei Hubschraubern Mk88A auf der Fregatte Lübeck für den Einsatz 'Atalanta' einzustellen". Dieser Ausfall bedeute "einen erheblichen Fähigkeitsverlust für den Einsatzverband und die Auftragserfüllung". Die Bundeswehr ist am Horn von Afrika gegen Piraten im Einsatz. Die Fregatte Lübeck lief am heutigen Montag wieder von Wilhelmshaven dahin aus.