Fahrzeuge, Kampfflugzeuge und Schiffe der Bundeswehr sind in schlechterem Zustand als bisher angenommen. Nur 42 der 74 verfügbaren Eurofighter der Luftwaffe sollen für Ausbildung, Übungsflüge oder Einsatz bereitstehen, bei den Tornado-Jägern seien es nur 38 von 66. Das berichtet die Passauer Neue Presse und beruft sich auf einen vertraulichen Bericht des Verteidigungsministeriums an den Bundestagsverteidigungsausschuss.

Von den 43 aktuell verfügbaren Transall-Maschinen C160 könnten demnach nur 24 starten, beim Transporthubschrauber CH-53 seien nur 16 von 43 einsatzbereit. Bei der Marine ist dem Bericht zufolge nicht nur ein großer Teil der Hubschrauber defekt. Drei der fünf Aufklärungsflugzeuge des Typs P3-C Orion müssten wegen Mängeln am Boden bleiben. Auch eine der acht Fregatten sei nicht einsatzbereit. Zudem könnten nur sechs der elf Minenabwehreinheiten der Marine genutzt werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Ministeriumsbericht.

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung seien dem Verteidigungsministerium noch weitere Mängel bekannt gemacht worden. So sollen unter anderem von 180 gepanzerten Transportfahrzeuge des Types Boxer nur 70 zur Verfügung stehen. Die anderen seien in Reparatur. Die Zeitung bezieht sich auf einen speziell für die Sitzung des Verteidigungsausschusses angefertigten Mängelbericht, den Generalinspekteur Volker Wieker den Politikern hinter verschlossenen Türen vorlegte. Nach Angaben aus Militärkreisen ist die Materiallage in der Liste tendenziell eher zu positiv dargestellt.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat Probleme beim Lufttransport der Bundeswehr eingeräumt, beurteilt das deutsche Militär aber dennoch als "hochleistungsfähig". Sie wolle nicht verhehlen, dass die Bundeswehr auch Material habe, "das schon einige Jahre auf dem Buckel hat", sagte sie und verwies darauf, dass man deshalb dauerhaft im Dialog mit der Rüstungsindustrie sei. Allein die Tatsache, dass sich Deutschland mit einem Lufttransport im Nordirak und in anderen Auslandseinsätzen engagiere, zeige, wie "einsatzfähig und hochleistungsfähig" die Bundeswehr sei.

Bei der Unterstützung der Bundeswehr für die Kurdengebiete im Nordirak traten allerdings technische Schwierigkeiten auf. Weil die eigentlich für den Transport von Waffenausbildern vorgesehene Transall-Maschine defekt war, musste sie gegen eine andere Transportmaschine getauscht werden. Auch die Lieferung von Waffen für irakische Kurden verzögerte sich wegen eines Flugzeugdefekts.