Bundespräsident Joachim Gauck und der kanadische Generalgouverneur David Johnston © Chris Wattie/Reuters

Bundespräsident Joachim Gauck hat zum Auftakt seines Staatsbesuchs in Kanada eine offene Diskussion über die Konsequenzen der Globalisierung und das Ceta-Abkommen gefordert. Demokratien müssten die Globalisierung gestalten und nicht nur auf sie reagieren, sagte Gauck bei einem Staatsbankett in der kanadischen Hauptstadt Ottawa. "Gestalten heißt beispielsweise auch, dafür zu sorgen, dass rechtsstaatliche, soziale und Umweltstandards gefördert werden."

Das geplante europäisch-kanadische Handelsabkommen Ceta gilt als Vorbild für das umstrittene TTIP-Abkommen mit den USA. In der deutschen Öffentlichkeit gebe es Fragen und Kritik an Teilen des Ceta-Abkommens, sagte Gauck laut Redemanuskript. "Diese Debatte muss geführt werden", betonte er.

Gauck machte klar, dass er das Abkommen grundsätzlich für sinnvoll hält. "Nur indem man intensiv erklärt, was der Vorteil ist, gelingt es auch, die Öffentlichkeit zu überzeugen", sagte er vor Journalisten. Ceta soll auf einem EU-Kanada-Gipfel am 26. September 2014 in Ottawa vorgestellt werden.

EU-Kommissar schließt Nachverhandlungen aus

Unterdessen erteilte EU-Handelskommissar Karel De Gucht Wünschen nach Nachverhandlungen am Freihandelsabkommen eine Absage. "Wenn wir die Verhandlungen neu eröffnen, ist das Abkommen tot", sagte der Politiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dieses Risiko sollten die EU-Staaten nicht eingehen. Es sei das umfassendste Handelsabkommen, das man jemals mit einem Land ausgehandelt habe. Ceta werde der EU laut De Gucht jährlich ein zusätzliches Wachstum von mehr als zehn Milliarden Euro einbringen. Davon würden allen voran der deutsche Mittelstand und die Autoindustrie profitieren, so der Kommissar.