Die Bundesregierung plant, die Regelsätze für Hartz IV zum Jahreswechsel anzuheben. Regierungskreise bestätigten einen Medienbericht, wonach ab dem kommenden Jahr 399 Euro insgesamt und damit acht Euro mehr gezahlt werden sollen. Dies entspricht einer Erhöhung um etwas mehr als zwei Prozent. Der Satz für Kinder bis zu sechs Jahren wird den Angaben zufolge um fünf auf 234 Euro angehoben. Eine entsprechende Verordnung soll am 17. September im Kabinett verabschiedet werden. 

Die jährliche Anpassung ist nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gesetzlich vorgeschrieben. Sie orientiert sich zu 70 Prozent an der Preissteigerung und zu 30 Prozent an der Lohnentwicklung.  "Es handelt sich um einen gesetzlichen Auftrag in direkter Umsetzung des Bundesverfassungsgerichtsurteils zu den Regelsätzen", sagte eine Sprecherin von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD).

Die Höhe des Hartz-V-Regelsatzes ist immer wieder Gegenstand von kontroversen Diskussionen. Sozialverbände wie auch die Linkspartei treten seit Jahren für eine deutliche Anhebung ein. Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA), Heinrich Alt, warnte dagegen in der Bild-Zeitung: "Ein höherer Hartz-IV-Bezug wird schnell zum Vermittlungshemmnis. Nämlich dann, wenn die Grenzen zwischen Erwerbseinkommen und Hartz IV verschwimmen."