AfD-Chef Bernd Lucke (Archiv) © Axel Schmidt/Getty Images

Gerade hat Angela Merkel die AfD als ein "Problem aller Parteien" bezeichnet, bei den Wählern aber gewinnt die rechtspopulistische Partei an Zustimmung. Nach einer Wahlumfrage des Forsa-Instituts legt sie zwei Prozentpunkte zu und käme jetzt auf sieben Prozent der Stimmen. "Die AfD ist keine Protestpartei", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. "Sie wird gewählt von einem Milieu, das man als  rechtspopulistisch bis rechtsradikal identifizieren kann."

Anfällig  für ein solches Weltbild seien etwa zehn Prozent der Wähler. "Die gehen zeitweilig entweder gar nicht wählen oder parken ihre Stimmen bei anderen Parteien, auch, aber nicht nur, bei der Union – bis es  wieder eine für sie attraktive Partei auf der rechten Seite gibt."

Nach ihrem Einzug in den sächsischen Landtag sei die AfD salonfähig geredet worden – obwohl  sie nicht mehr Stimmen bekommen habe als zuvor bei der Bundestagswahl und der Europawahl. Deswegen werde sie bei den am Wochenende anstehenden Abstimmungen wohl auch in die Landtage von Thüringen und Brandenburg einziehen. 

Der Umfrage zufolge gewinnen die Unionsparteien im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt hinzu und liegen jetzt bei 42 Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und kommt auf 23 Prozent. Auch die Linken und die Grünen büßen jeweils einen Punkt ein und fallen auf neun Prozent, die FDP bleibt bei drei Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und der Unentschlossenen beträgt 26 Prozent.

Nach einer weiteren Forsa-Erhebung begrüßen viele Wähler den geringeren Einfluss der CSU auf die Bundesebene. 58 Prozent der Befragten finden es demnach gut, dass der Einfluss der CSU auf die Berliner Politik gesunken ist, nur 24 Prozent sähen es lieber, wenn sich die Partei dort stärker durchsetzen könnte. Auch eine Mehrheit der CDU-Anhänger (56 Prozent) sieht den schwindenden Einfluss der CSU positiv. Bedauert wird die Entwicklung mehrheitlich nur von den Befragten in Bayern (46 Prozent) und den CSU-Anhängern (71 Prozent).