Die stellvertretenden Vorsitzenden der Partei Alternative für Deutschland (AfD, v.l.), Alexander Gauland und Hans-Olaf Henkel © Steffi Loos/CommonLens

AfD-Vize Hans-Olaf Henkel hat mit kritischen Bemerkungen über seine Parteikollegen den Unmut seines Co-Vizes Alexander Gauland auf sich gezogen. "Herr Henkel muss sich fragen, ob er noch zur AfD gehören will", sagte Gauland der Welt. Henkel wolle eine Partei, die die Werte von CDU und FDP, wie er sie sehe, weiter verkörpere. "Das wird mit der AfD nicht gehen."

Henkel, der für die AfD im Europaparlament sitzt, hatte in einem ZEIT-Interview deutliche Kritik an seiner Partei geübt. Der ehemalige Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) klagte über heftige innerparteiliche Kämpfe. In der AfD gebe es besonders viele schwierige Typen: "Ideologen, Goldgräber, Karrieristen", sagte er. Manchmal schäme er sich für Aussagen seiner Parteikollegen "in Grund und Boden".

Nach Angaben der Welt habe Gauland nach dem Lesen des Interviews seinen Vorstandskollegen wütend angerufen und gedroht, eine Pressekonferenz zur Klärung einzuberufen. Der Zeitung sagte Gauland, bei seinen Besuchen an der Basis gewinne er zunehmend den Eindruck, dass sich das Nationalkonservative oder Nationalliberale als Markenkern der AfD herausschäle. Das Patriotische sei das verbindende Element der AfD.

Das drohende Zerwürfnis dürfte den Vorstand der Partei auch bei seiner Klausur beschäftigen, die dem Bericht zufolge in der kommenden Woche in Regensburg stattfindet.