Die Bundesregierung hat nach Informationen des Spiegel gravierende Versäumnisse beim Aufbau eines sicheren Datennetzes für die Bundesbehörden begangen. Der Bundesrechnungshof werfe der Regierung Verschwendung von Steuergeldern in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags vor, berichtet das Magazin. Zudem habe sie laut dem Bericht der Rechnungsprüfer "schwerwiegende Projektmanagementfehler" begangen.

Verantwortlich für den Aufbau der Netze ist vor allem Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Allerdings hatte das Amt des Innenministers bis Ende 2013 Hans-Peter Friedrich (CSU) inne.

Dem Spiegel zufolge bemängeln die Rechnungsprüfer, es mangele "offensichtlich an Organisation, Steuerung und Kooperation". Auch bestehen bei den Rechnungsprüfern Zweifel über den Zeitplan der Regierung, "wie angekündigt bis Februar 2015 ein tragfähiges Konzept" für ein sicheres Datennetz vorzulegen. 

De Maizières Behörde steht auch wegen erheblicher Fehlinvestitionen in der Kritik. Allein zwischen 2008 und 2013 hätten sich für Planung, Aufbau und Testläufe 50 Millionen Euro verflüchtigt. Mehr als 40 Millionen Euro mussten zudem für die Sicherungsmaßnahmen der bestehenden Netze ausgegeben werden, weil die neuen nicht rechtzeitig zur Verfügung standen, so der Rechnungshof.

Zudem habe die Bundesregierung die sicherheitsrelevanten Gefahren des Projekts ungenügend beschrieben, kritisieren die Prüfer. Dem Bericht zufolge will die Regierung womöglich Infrastruktur kaufen, die ursprünglich von der US-Armee in Auftrag gegeben worden sei.

Konstantin von Notz von den Grünen kritisierte: "Wenn die Regierung Merkel/Gabriel schon beim Selbstschutz scheitert, darf man sich bezüglich des Schutzes der Kommunikation von Bevölkerung und deutschen Behörden überhaupt keine Hoffnungen machen."