Wissenschaftlerin in einem Labor © Jonathan Ernst/Reuters

Hochqualifizierte Fachkräfte aus Staaten außerhalb der EU wandern selten nach Deutschland ein. Sie machen bisher nur wenig Gebrauch von den erweiterten rechtlichen Zuwanderungsmöglichkeiten. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, wie die Rheinische Post berichtet. Demnach nutzten im Vorjahr nur 475 Akademiker die Möglichkeit, ein Sechs-Monats-Visum für die Arbeitsplatzsuche in Deutschland zu erhalten.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können über eine besondere Niederlassungserlaubnis nach Deutschland kommen. Davon machen jedoch immer weniger Menschen Gebrauch: 2013 erhielten nur 38 Personen diesen Aufenthaltsstatus, 2014 waren es bisher erst 14. Im Jahr 2012 hatte ihre Zahl noch bei 142 gelegen.

Die EU Blue Card, die seit gut zwei Jahren weitere Fachkräfte nach Deutschland locken soll, erhielten 2013 laut Ministerium 11.290 Menschen. Davon seien 4.127 neu eingereist, der Rest hatte bereits einen anderen Aufenthaltsstatus. Im ersten Quartal 2014 wurde die Karte 3.086 Zuwanderern gewährt, davon reisten aber nur 1.444 neu ein.

"Deutschland ist für Fachkräfte nicht attraktiv genug. Aufenthaltstitel für qualifizierte Ausländer werden weiterhin hauptsächlich an Menschen erteilt, die bereits in Deutschland leben. Visa zur Arbeitssuche werden selten erteilt", sagte der Grünen-Politiker Volker Beck. "Unter dem Strich findet so kaum Einwanderung statt. Das kann sich der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht länger leisten."